Wo aber bleiben die Beweise? Diese deutschen Mütter waren doch leider Gottes zu Tausenden am Werk. Sie opferten alles für den "Führer"; jetzt wollen sie es natürlich nicht wahrhaben. Diese Prälaten, Kardinäle, Bischöfe – man lese Amery – schickten die jungen Männer mit dem Segen ihrer Kirche in den sicheren Tod. Das muß ein tolles Krähen sein in deutschen Landen, wenn alle Hähne das Verleugnen Christi biblisch quittieren. Es wäre sicherlich anständiger, seine Fehler einzugestehen, als sie zu vertuschen, wie schon so oft.

Äußerlichkeiten, nichts als nebensächliche, belanglose Dinge werden ins Treffen geführt. Da spielt Schniers Bruder (einmal!) eine Mazurka von Chopin, und schon wird dem Autor das als Schnickschnack angekreidet.

Nein, Böll hat einen großartig kompakten, geschlossenen Roman geschrieben. Es gibt Stellen darin, die an Sprachkraft und heiligem Ernst anmuten wie ein alttestamentlicher Text, der ins Moderne transponiert wäre.

Aber ist nicht just dieser Ernst, der hinter der Maske des Clowns brütet, seinen Kritikern anstößig? In einer Zeit, in der die deutsche Ver-

Der aus Niendorf in Holstein stammende Maler Christian Rohlfs (1849-1938) habe, so sagt man, seine Landschaften und Blumenstilleben in religiöser Inbrunst geschaffen. An Hand seiner Werke ist das ebenso schwer beweisbar wie – trotzdem – glaubwürdig. Auffällig ist die Hingabe an Naturerscheinungen und Naturformen, eine so enthusiasmierte, ja oft jubilierende Beziehung, daß der Malerei nichts Kleinlich-Naturalistisches anhaftet, zumal in den späteren Bildern nicht. Das trifft auch auf das hier abgebildete Aquarell von 1935 zu, das "Canna indica" (Indisches Blumenrohr) betitelt ist und das im Münchner Verlag "Die Piperdrucke" in einer traditionsgemäß vorzüglichen farbigen Reproduktion (56×77cm) erschienen ist. Der Preis beträgt 60 DM.

gangenheit fast ausschließlich auf dem Papier bewältigt wird, in der Regierung und Justiz sich jedes Ein- oder gar Durchgreifen erst durch massive Interventionen des Ostens abnötigen lassen, muß einer, der lebt, wie er schreibt, doch zum Ärgernis werden.

Mir scheint, man versucht vom Wesentlichen abzulenken, indem man auf Quisquilien herumreitet und sie bemäkelt. Man übersieht geflissentlich die kunstvolle Struktur des Romans, seine engverwobenen Details, die ein absolut homogenes Ganzes ergeben; man übersieht auch die Sprachkunst Bölls, der ganz unpathetisch, jedoch mit unüberhörbarem Schmerz um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft seines Landes klagt.