"Eva will schlafen" (Polen; Verleih: Neue Filmkunst): Eine Komödie blitzscharfer Art, voll verspielter Aggressivität und hakenschlagender Ironie. Die Studentin Eva kommt ins Städtchen und sucht eine Bleibe zur Nacht, doch im Städtchen stimmt was nicht. Eine Ganovenhochschule gibt es, und die Polizisten sind sonderbar, im Polizeirevier geht es drunter und drüber. Die drohende Inspektion durch einen dämlichen, autoritätsheischenden Popanz schweißt Polizei und Verbrecher zu vergnüglicher Komplizenschaft zusammen. Schwere Jungs werden schnell zu Wachtmeistern befördert, die Reviere tauschen Gefangene aus, und ein Polizist gerät im allgemeinen Durcheinander ins Loch; Eva erlebt’s mit großen Augen. Ein linder und fröhlicher Anarchismus durchzieht die verträumte Inszenierung Tadeusz Chmielewskis, sein Film ist aber dennoch eine gezielte Abrechnung mit Polizeistaat und Obrigkeitsdenken, ist 1957 entstanden und gilt dem kommunistischen Staat – aber natürlich nicht nur diesem –, in dem er in schöner Freiheit gedreht und gezeigt werden durfte. uwe