Kauflusthemmende Faktoren allgemeiner Art haben sich auch beim Porzellan- und Glaseinzelhandel negativ ausgewirkt". Das meint die Rosenthal-Porzellan Aktiengesellschaft, Selb/Bayern, die mit einem Marktanteil von knapp 20 % und neun Werken sowie zahlreichen Beteiligungen einer der bedeutendsten Porzellanhersteller in der Bundesrepublik ist. Wegen dieser negativen Faktoren wollte sich der Vorstand auf eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr nicht einlassen. Das Unternehmen hielt eine Vorausschau für verfrüht, obwohl im ersten Quartal 1963 die Auftragseingänge und der Umsatz um 10 % gestiegen sind. Erst auf der Hauptversammlung, die vor einigen Tagen stattfand, bekannte sich der Vorstand zu einem vorsichtigen Optimismus.

Bereits 1962 hatten die Auftragseingänge in allen Werken die Umsätze übertroffen und somit die Auftragsbestände gegenüber dem Vorjahr erfreulich anschwellen lassen. Dabei waren auch die Umsätze des Gesamtunternehmens – ein konsolidierter Abschluß wird nicht vorgelegt – einschließlich der 50prozentigen Auslandsbeteiligungen und unter Abzug aller internen Lieferungen weiter gestiegen, wenn auch mit 4 % auf 157 Mill. DM relativ nur halb so stark wie im Vorjahr. Knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes entfällt auf die Mutter, die Rosenthal AG, die unverändert 29 % ihres Umsatzes aus Exportaufträgen bestreitet.

Dank erfolgreicher Rationalisierung konnte die Jahresleistung mit einer weiter um 5,2 % auf 5385 Personen verminderten Belegschaft geleistet werden. Dennoch nahm der Lohn- und Sozialaufwand weiter um insgesamt 2 % zu, ihr Anteil am Umsatz sank leicht auf 50 % (Vorjahr 51 %). Das war auch zum Teil die Folge der schon vor vielen Monaten angekündigten Kürzung der freiwilligen Erfolgsbeteiligung, mit der der Vorstand den Lohndruck zu mindern sucht.

Dennoch war das Jahresergebnis wieder gut, wenn auch Sondereinflüsse einen Jahresvergleich erschweren. So verbesserte die Auflösung von Rückstellungen (0,65 Mill. DM) das Ergebnis, auch der Gewinn aus dem Verkauf eines Hausgrundstücks (0,38 Mill.) trug dazu bei, während auffällige Abschreibungen auf Forderungen in Höhe von 0,5 Mill. DM und die durch "Investitionen" bedingten. Verlustübernahmen (1,25 Mill.) von Tochtergesellschaften auf das Bild negativ eingewirkt haben.

Doch nach allem verblieb – neben der Stärkung der gesetzlichen Reserven um 3,2 Mill. DM aus der Kapitalaufstockung – ein größerer Jahresgewinn von 2,02 (1,64) Millionen, der auf die erhöhte Ausschüttung von 15 (14) % Dividende auf das Grundkapital von 11,56 Mill. DM zugeschnitten ist. W. W.