Monopolisten werden scherzhaft die beiden amerikanischen Physiker Henry H. Kolm und K. W. Ford und ihr japanischer Kollege Eiichi Goto genannt, die seit einigen Monaten nach magnetischen Einpolen (monopoles) suchen, nach Materieteilchen, die entweder nur einen Nordpol oder nur einen Südpol besitzen.

Wir haben zwar gelernt, daß Magnetismus stets zweipolig auftritt, daß Nord- und Südpol so untrennbar sind wie Licht und Schatten, aber genau genommen gibt es keinen zwingenden physikalischen Grund zu dieser Behauptung. Ja, mancher Tatbestand ließ sich theoretisch sogar leichter erklären, wenn man die Existenz von einpoligen Elementarmagneten voraussetzen dürfte. Der britische Nobelpreisträger Paul Dirac hatte schon 1931 darauf hingewiesen, daß die Quantenmechanik das Bestehen der elektrisch einpolig geladenen Elementarteilchen Elektron und Positron nicht ohne die Annahme erklären könne, daß es auch magnetische Einpole gibt.

Freilich müßten je zwei entgegengesetzt magnetisierte Teilchen aufeinander eine Anziehungskraft ausüben, die fast fünftausendmal so groß wäre wie die Attraktion, die zwischen Elektron und Positron besteht, und das hätte zur Folge, daß wir mit den uns zur Verfügung stehenden technischen Mitteln zwei mit solcher Kraft aneinanderklebende Teilchen nicht trennen könnten.

Indessen hoffen die drei Physiker, Einpole zu finden, die frei in der Natur vorkommen. Dazu haben sie eine "Monopol-Falle" konstruiert, die ganz ähnlich arbeitet, wie die Geräte, mit denen man die Existenz elektrisch geladener Partikel nachweist. Die Falle besteht aus einem überaus starken Magneten, der die Einpole – die, wenn überhaupt, nur unter der Erdoberfläche existieren können – anziehen soll. Während nun diese Teilchen auf den Magneten zufliegen, passieren sie einen Apparat, in dem ihre Spuren wie Kondensstreifen sichtbar werden.

Die erste Großfahndung nach Monopolen, die das ’Physikerteam mit dem neuen Gerät unternommen hat, verlief ergebnislos. Doch davon lassen sich die drei Gelehrten nicht entmutigen. "Einpole zu fangen", meint Dr. Kolm, "scheint mir bei weitem nicht so schwierig zu sein, wie der Nachweis, daß es keine gibt." V.G.