Für jeden etwas! Diese Devise entschied offenwarden Bücherkauf im wunderschönen Monat Mai. Und obwohl nun schon so viel Vergangenheit "bewältigt" worden ist, daß manche – und gar nicht immer nur aus schlechten Gründen – Allergien entwickeln gegen Wort und Begriff, so wäre doch "Vergangenheitsbewältigung" der geistige Hauptnenner, auf den sich drei unserer fünf Spitzenreiter bringen ließen: Hochhuths Papst-Drama und Sonnemanns politisch-soziologische Studie – wie schon im April gehabt. Dazu Heinrich Bölls jüngster Roman, über den wir unsere Leser ausreichend informiert haben. Für Unterhaltung sorgt Amado (das tun bei uns ja vorwiegend Ausländer). Und daß der hervorragendste Band moderner deutscher Erzählungen, den es gibt, seit seinem Erscheinen zu den bestverkauften Büchern zählt, spricht doch auch wieder dafür, daß die kollektive Urteilskraft der Leser so ganz ohne Belang nicht ist. Uns jedenfalls erscheint sie wichtig genug, ihr einmal im Monat diese Spalte einzuräumen. Hätte uns jemand nach den drei empfehlenswertesten Büchern des Monats gefragt – es hätte gut sein können, daß unsere Auskunft mit den drei hier an erster Stelle genannten identisch gewesen wäre. D. Z.