Man heilt den Hustenden nicht dadurch, daß man ihm den Mund zubindet. Bertolt Brecht

Leistungs-Professur

An der Universität Yale, einer der ältesten und traditionsreichsten amerikanischen Bildungsstätten, wurde Oktay Sinanoglu auf den Lehrstuhl für physikalische Chemie berufen. Ehe ähnliche Berufungen nicht auch in der Bundesrepublik möglich werden, brauchen wir nichts anderes als unsere anachronistische Fakultäten-Universität mit ihrem schwerfälligen und unzuverlässigen Berufüngssystem dafür verantwortlich zu machen, daß der zuweilen noch erhobene Führungsanspruch der deutschen Wissenschaft keiner nüchternen Nachprüfung standhält. Professor Sinanoglu ist erstens Türke und zweitens 28 Jahre alt.

Veillon-Preis für Peter Weiss

Im schweizerischen Ouchy wurde der deutsche, in Stockholm lebende Schriftsteller Peter Weiss für seinen Roman "Fluchtpunkt" (Suhrkamp-Verlag) mit dem Charles-Veillon-Preis 1963 ausgezeichnet. Die Jury, geleitet von Werner Bergengruen, lobte den Preisträger für "die eindrückliche Standortbestimmung des Menschen in einer turbulenten Zeit". Für den besten französischen Roman ("Le désert perdu" – Verlorene Wüste) erhielten Ferny Besson, für den besten italienischen ("Giornata d’un scrutatore" – Tag eines Forschers) Italo Calvino die mit je 5000 Mark dotierten Veillon-Prämien. Von den deutschen Autoren sollen, wie es heißt, auch Josef Breitbach ("Bericht über Bruno"), Siegfried Lenz ("Stadtgespräch") und Reinhard Baumgart ("Hausmusik") in der engeren Wahl gewesen sein.

Siebenmal Solschenizyn in USA