Der Nachwuchs fehlt

Der Lehrlingsmangel in der Wirtschaft der Bundesrepublik ist nach wie vor sehr groß. Wie von der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Nürnberg mitgeteilt wurden, waren Ende April 1963 insgesamt 228 176 Ausbildungsstellen im Bundesgebiet außer Bayern unbesetzt. Von diesen unbesetzten Lehrlingsstellen waren 82 198 Stellen für weibliche Lehrlinge. Bayern wurde bei der Statistik deshalb ausgenommen, weil hier die Lehrlinge erst im Herbst eingestellt werden. Besonders stark ist der Lehrlingsmangel im Einzelhandel, in der Bauwirtschaft und im Bergbau.

Strukturwandel der Einfuhr

In der Zusammensetzung der deutschen Einfuhr haben sich in den vergangenen Jahren beachtliche Verschiebungen herausgebildet. Der Anteil der Rohstoffe, der im Jahre 1913 noch 56,6 % aller gewerblichen Einfuhren ausmachte, verminderte sich von rund 53 % im Jahre 1950 kontinuierlich auf knapp 25 % im Jahre 1962. Die Fertigwareneinfuhr nahm dagegen an Bedeutung zu. Auf sie entfielen im Jahre 1962 bereits mehr als 53 % aller Einfuhren im Bereich der gewerblichen Wirtschaft, gegenüber 22,5 % im Jahre 1950 und sogar 15,7 % im Jahre 1913.

Den halben Tag unproduktiv

Angestellte und Beamte werden es mit Verblüffung zur Kenntnis nehmen: Die Arbeit im Büro setzt sich auch heute noch ungefähr zu gleichen Teilen aus echter Leistung und unproduktivem Ballast zusammen. Auf dieses Untersuchungsergebnis von Betriebswirtschaftlern wies die Kölner Messeleitung in einem Vorbericht über die diesjährige westdeutsche Bürofachausstellung (12.–16. 10.) hin. Nach Angaben der Experten könnten in der Bundesrepublik über 1 Million Arbeitskräfte für andere Aufgaben freigemacht werden, wenn man die Unproduktivität durch Rationalisierung oder Automatisierung auf die Hälfte verringern würde.

Sozialprodukt in der EWG