Worte der Woche

"Ich bin nicht populär, die Leute mögen mich nicht. Das ist mein Schicksal."

Franz-Josef Strauß

in Israel

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"Wer sagt, Abschreckung verhindere den Krieg, dem beweist das Beispiel des Ersten Weltkrieges, daß er irrt."

A. J. P. Taylor,

englischer Historiker

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"Die FDP hat sich als kraftloser Satellit der SPD erwiesen."

Otto Fricke,

Niedersächsischer CDU-Vorsitzender

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"Ein Volk, das keine Lust mehr hat, seine Mörder abzuurteilen, muß innerlich verfaulen."

Barbara Just-Dahlmann,

Staatsanwältin

"Volksfront" gegen de Gaulle?

Ein taktisches Zusammengehen der Sozialisten und Kommunisten gegen de Gaulle zeichnete sich auf dem Kongreß der französischen Sozialisten in Paris ab. Der wiedergewählte Generalsekretär der Partei, Guy Mollet, erklärte den Delegierten, man müsse mit den Kommunisten "Schulter an Schulter gegen Faschisten und Monarchisten kämpfen". Mollet, der de Gaulle 1958 als Minister diente, wirft dem Staatspräsidenten vor, die Wiedereinführung der Monarchie in Frankreich vorzubereiten. Die Bildung eines politischen Blocks der nichtkommunistischen Parteien gegen de Gaulle lehnten die Sozialisten ab.

Schützenhilfe für "Papa Doc"

Der Diktator von Haiti, Francois Duvalier, hat seine Stellung wieder festigen können. Die USA, die in Erwartung eines baldigen Endes der Gewaltherrschaft alle diplomatischen Kontakte zu Duvalier abgebrochen hatten, schickten ihren Botschafter nach Port-au-Prince zurück. Entscheidenden Rückhalt hat "Papa Doc" aus Paris erhalten. Während die Amerikaner noch nach Wegen suchten, ohne direkte Intervention das Terrorregime zu beseitigen, schickte de Gaulle eine betont freundliche Botschaft an Duvalier. Der Staatspräsident bot Haiti technische Hilfe an.

Um Kuweits Öl

Die neue Regierung im Irak hat das Ölscheichtum Kuweit aufgefordert, seine Bindungen zu Großbritannien zu lösen. In Bagdad ist man bereit, als Gegenleistung die Souveränität Kuweits zu garantieren. Die Iraker streben eine politische und wirtschaftliche Union mit dem Scheichtum an und verlangen von ihm finanzielle Unterstützung. Für Kuweit ist ein gutes Verhältnis zu dem armen, aber mächtigeren Nachbarn zu einer Existenzfrage geworden, nachdem die Engländer immer weniger bereit zu sein scheinen, für ihre Ölinteressen im Orient Krieg zu führen.

Jüdischer Exodus

Die Juden verlassen Nordafrika. Von rund 160 000 algerischen Juden haben innerhalb eines Jahres fast 154 000, das sind 96 Prozent, das Land verlassen. Die Mehrzahl der Flüchtlinge fand in Frankreich Aufnahme. Aus den übrigen nordafrikanischen Staaten kamen über 50 000 Juden nach Frankreich. In weniger als einem Jahr hat sich die jüdische Gemeinde in Frankreich um die Hälfte vergrößert. Die afrikanischen Juden befürchten, daß es unter dem Einfluß Nassers in der nächsten Zeit zu blutigen Verfolgungen kommt.

"Planwirtschaft" in Kanada

Während im Osten Kanadas Plastikbomben der französischsprachigen Extremisten explodieren, hat das Minderheitskabinett Lester Pearsons die ersten gefährlichen innenpolitischen Hürden genommen. Das wirtschaftspolitische Programm der liberalen Regierung enthält einige Punkte, die auf dem nordamerikanischen Kontinent als "revolutionär" gelten müssen. Pearson will unter anderem einen Wirtschaftsrat schaffen, dessen Aufgabe die "Wirtschaftsplanung auf höchster Ebene" sein wird. Mit einem vorsichtigen Dirigismus hofft Pearson, Kanadas latente Wirtschaftskrise zu überwinden.

Bayerische Diplomatie

Die Bayernpartei will mit ihrem Koalitionspartner in München, der CSU, Verhandlungen über die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen dem Freistaat Bayern und dem Vatikan führen. Die Landtagsfraktion der BP fordert außerdem die Einführung einer "Bayerischen Staatsbürgerschaft". Ihr Abgeordneter Lallinger will diese Forderung mit Hilfe einer Normenkontrollklage durchsetzen.