Kleine Bilanzlese

Die Phoenix Gummiwerke AG Hamburg-Harburg machen jetzt von der Genehmigung Gebrauch, nominell 3,5 Mill. DM neue Aktien zu pari mit Gewinnberechtigung ab 1. Juli 1963 auszugeben. Der Hauptversammlung am 3. Juli wird für 1962 eine Dividende von 16 Prozent auf 35 Mill. DM Grundkapital vorgeschlagen. Für 1961 waren 14 Prozent Dividende und 2 Prozent Bonus verteilt worden.

Der Umsatz stieg im Berichtsjahr um rund 3 Prozent auf 311,6 Mill. DM. Die Verkaufspreise sanken im Durchschnitt aller Kautschuk- und Kunststofferzeugnisse um 3 Prozent. Der Gesamtumsatz der Phoenix-Gruppe einschließlich der Tochtergesellschaften erreichte nach Abzug der internen Lieferungen 369 Millionen DM.

Die Continental Gummi-Werke AG, Hannover, hat 60 % des Kapitals oder 1,05 Mill. DM der Deutsche Schlauchbootfabrik Hans Scheibert (Eschershausen/Niedersachsen) erworben. 0,70 Mill. DM befinden sich je zur Hälfte weiterhin in Händen der bisherigen Inhaber Hans Scheibert und seiner Tochter. Der Jahresumsatz des nunmehr aus der offenen Handelsgesellschaft in eine KG umgewandelten Unternehmens belief sich 1962 auf 5,2 Mill. DM.

Die Ilseder Hütte, Peine, schlägt für das Geschäftsjahr 1962 unverändert 8 % Dividende auf 140,4 Mill. DM Grundkapital vor. Die Hauptversammlung findet am 24. Juli statt.

Die Deutsche Werft AG, deren Grundkapital von 16 Millionen DM zu gut 53 % von der Gutehoffnungshütte Aktienverein, Nürnberg und zu etwa 30 % von der AEG (über Elektrofinanz) gehalten werden, kürzt für das Geschäftsjahr 1962 drastisch die Dividende. An Stelle von 14 % wie im Vorjahr, werden der Hauptversammlung am 19. Juli nur 9 % Ausschüttung vorgeschlagen.

Die Reis- und Handels-AG, Bremen will aus 0,48 Mill. DM Reingewinn für 1962 wieder 8 % Dividende auf 6 Mill. DM Aktienkapital verteilen (Großaktionär: Kellog-Gruppe mit 52 %). HV am 11. Juli.

Die zum Schweizer Club zählende Berlinische Feuer-Versicherungs-Anstalt, München-Berlin, die sich stolz "älteste Versicherungs Aktiengesellschaft Deutschlands" nennt, und deren Tätigkeit sich nicht nur auf die Feuerversicherung beschränkt, konnte 1962 eine um 12 % (Vorjahr 17 %) auf 76,7 Mill. DM erhöhte Beitragseinnahme erzielen. Davon entfallen etwa die Hälfte auf die Kraftfahr-Haftpflicht und knapp 15 % auf die Feuer-Versicherung. Trotz der Sturmflutkatastrophe an der Nordseeküste, die sich schadenmäßig zum Teil "in nicht vorauszusehener Weise kumulativ ausgewirkt hat", trotz der nicht unbeträchtlichen Aufwendungen anläßlich des 150jährigen Jubiläums (über eine Million DM), und trotz 0,3 Mill. DM Abschreibungen auf Aktien, konnten 1,5 Mill. DM den Rücklagen zugeführt und wieder wie in den drei vorhergehenden Jahren 16 % Dividende auf das nunmehr volleingezahlte und erhöhte Kapital von 5,6 Mill. DM gezahlt werden.

Kleine Bilanzlese

Bei der "Securitas" Bremer Allgemeine Versicherungs-AG stieg 1962 die Prämieneinnahme von 36,7 auf 39,7 Mill. DM. Obwohl die Aufwendungen für Schäden und Unkosten eine geringe Steigerung aufzuweisen haben, konnte infolge des gewachsenen Geschäftsumfanges ein erhöhter technischer Gewinn von 2,7 (1,9) Mill. DM erwirtschaftet werden. Es wird wiederum eine Dividende von 12 % auf das gewinnberechtigte eingezahlte Grundkapital und außerdem ein Bonus von 5 % auf das Nennkapital von 5 Mill. DM, der zur Einzahlung auf das Grundkapital bestimmt ist, ausgeschüttet werden. Das eingezahlte Grundkapital beträgt dann 90 % = 4,5 Mill. DM.

"Der Sterblichkeitsverlauf war befriedigend, er hat auch im Jahr 1962 das finanzielle Ergebnis günstig beeinflußt." So nüchtern ist die Sprache der Versicherungen, hier der Karlsruher Lebensversicherungs AG, Karlsruhe, die mit einem Versicherungsbestand von 2,61 Milliarden DM zu den zehn größten Unternehmen seiner Art zählt. Auch 1962 war die Gesellschaft bei "zufriedenstellendem Geschäftsverlauf" mit einem Bestandzuwachs von 375 Mill. DM sehr erfolgreich, so daß wieder 12 % Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Aktionär Dr. Erich Koch (Langenwang b. Oberstdorf/Allgäu), der zur Hauptversammlung der Volkswagenwerk AG, Wolfsburg, am 6. Juli Opposition angekündigt hat, kritisiert die mangelnde Fairneß der Volkswagen-Verwaltung. Diese habe seine Opposilionsankündigung den Aktionären unter Fortlassung wesentlicher Tatsachen lediglich in neun Zeilen bekanntgegeben und dazu in mehr als dem dreifachen Umfang Stellung genommen (VWD)