HAMBURG (Halle der Nationen):

"Bauen in Deutsehland 1945–1962"

Diese Ausstellung, die der Bund Deutscher Architekten (BDA) zur Feier seines 60jährigen Bestehens veranstaltet, will als "ein Querschnitt durch die guten Leistungen der deutschen Architektur nach dem Kriege" verstanden sein. Außedem hat der BDA einen Preis für Architektur-Kritik gestiftet und diesen Preis auf seinem Hamburger Bundestag dem Frankfurter Journalisten Eberhard Schulz ("Glashaus und Wohnfabrik’) verliehen. Beides, die Ausstellung und der Preis, soll dazu beitragen, die Öffentlichkeit für die Arbeit des Architekten zu interessieren. Mit dieser Ausstellung von 101 Großphotos – mitten in IGA-Gelände, also für die Massen der IGA-Besucher gedacht – wird der BDA das bestimmt nicht erreichen. Der Besucher sieht im Photo einzelne Bauten: Schulen, Krankenhäuser, Landtags, Wohnhäuser, Bürobauten, Kasernen, Museen, Theater, die sich alle so ähnlich sehen, daß er den Landtag für ein Krankenhaus und das Museum für ein Warenhaus halten könnte. Und de Gropius-Zitate an den Wänden über die Funktion der Architektur im Leben der Gemeinschaft helfen ihm auch nicht weiter. Von Städtebau und Großraumplanung ist nur im Katalog die Rede, in der Ausstellung sind diese entscheidenden Dinge nicht existent. Um eine Vorstellung von der immerhin respektablen Leistung des deuschen Wiederaufbaus zu geben, müßte man zeigen, wie es 1945 oder 1948 ausgesehen hat. Was uns, von solchen Ausstellungsmängeln abgesehen, fehlt, "was uns bitter fehlt, sind, so scheint es, die überragenden Leistungen", schreibt Friedrich Spengelin in einem der Katalogvorworte, die alle einen sympathisch-skeptischen Ton gegenüber der bisherigen Leistung anschlagen. Der Gedanke, einen Preis für Architektur-Kritik zu stiften, ist offenbar mehr als eine höfliche Geste. Die Ausstellung endet am 17. Juni. Sie soll später auch noch im Ausland gezeigt werden,

DÜSSELDORF (Galerie Schmela):

"Auktion 1"

Für den 15. Juni hat die Galerie Schmela zu ihrer ersten Auktion in den Düsseldorfer Malkasten eingeladen, die sich grundsätzlich vom gewohnten Typ der Kunstauktionen unterscheidet. Ein kleines Angebot, der Katalog verzeichnet nur 136 Nummern, keine Druckgraphik, die sonst des Hauptkontingent aller Auktionen darstellt, nur Originale, nämlich Ölbilder, Gouachen, Aqucrelle, Zeichnungen, Collagen und Montagen. Und eine strenge Auswahl der Künstler unter dem Gesichtspunkt der Aktualität beziehungsweise dessen, was Schmela unter Aktualität versteht. Appel, Dubuffet, Fautrier, Sam Francis, Yves Klein, Franz Kline, Margritte, Pollock, Topies, Wols. Dazu für eine mehr traditionalistisch gesonnene Klientel: Picasso, Jawlensky, Kirchner und andere. Ob die Schätzpreise vorsichtig, wie die Galerie meint, oder optimistisch angesetzt sind, wird sich bei der Auktion zeigen. Einige Anhaltspunkte: eine Composition von Pollock, datiert 1950, 195 000 DM, eine Picasso-Collage von 1912 140 000 DM, ein Fautrier 30 000 DM, Dubuffet zwischen 22 000 und 45 000, ein "Metaphysischer Mannequin" von Chirico 60 000 DM. "Schätzpreis und Handelswert sind nicht immer identisch", steht in den Vorbemerkungen.

OSLO (Munch-Museum):