Je größer die seelische Geschlossenheit und je opfermütiger der Geist einer Truppe ist, um so größer ist ihre Kampfkraft. Das militärische. Können allein genügt nicht. Im Kriege wird von dem Soldaten verlangt, sein Leben hinzugeben. Diese Forderung braucht ein Gegengewicht. Es kann nur auf seelischem Gebiet liegen, in der tiefen Überzeugung, daß es Dinge gibt, die wesentlicher sind als das eigene Leben... im Sinne dieser Tapferkeit des einzelnen, der bereit ist, sich für die Gesamtheit zu opfern, wann und an welcher Stelle es auch immer sei, im Sinne dieser soldatischen Haltung, die in unveränderter Gültigkeit zu den höchsten menschlichen Tugenden gehört.

Kein Kabarett hat diese Worte im Programm, sie leiten eine bierernst gemeinte Druckschrift ein (Deutsches Soldatenjahrbuch 1963, Elfter Deutscher Soldatenkalender; Lorenz Senn Verlag, Tettnang) und stammen aus der Feder des Großadmirals und letzten Führers, Dönitz.

Zusammengeschustert und herausgegeben ist das Büchelchen von Helmut Damerau (Deutsche Soldatenzeitung, Schild-Verlag).

Etwas wie ein Ulan – ich kann mich da allerdings auch irren – ziert das Frontblatt.

Innendrin gibt es

1. ein skandalöses Kalendarium, das das erinnerungsschwere Leben ehemaliger Krieger durch unzweideutige Gedenktage aufhellt (Göring geboren, Entdeckung von sowjetischen Massenmorden, gewonnene Schlachten, alliierte Luftangriffe auf das Reich)

2. ein paar Dutzend apologetischer Aufsätze, Tiraden über verlorene Panzer- oder Kesselschlachten oder über Entstehungsgeschichte und Sinn von Nahkampfspangen und Durchhalteorden;