3isweilen lohnt es sich, auch einmal einen Blick in eines jener Presseorgane der DDR,pf"- abseits des großen Publikums erscheinej, zu werfen. So gibt es dort seit jaS biatt namens " Sammler Express", herausgegeben von der " Kommission Philatelie des Präsidialrates im Deutschen Kulturbund". Aufgab dieses Blattes ist es, die Briefmarkensammler der DDR vor allem dazu vuerziehen, ihrem Hobby in streng sozialistischem Sinne nachzugehen. Sammeln von Marken aus NATO Ländern ist verpönt, und wenn es dennoch geschieht, so soll damit dann zumindest die Abscheu des ehrlichen sozialistischen Philatelisten vor solch kriegshetzerischen Produkten mm Ausdruck gebracht werdeii. Nun führt das manchmal zu Dilemmen: Schaubeck Briefmarkenalben beispielsweise sind ein Exportartikel, aus dem die DDR nicht unerhebliche Valuta Gewinne einsteckt, und kein Sammler im Westen würde sie kaufen, wenn nicht alle Marken eines bestimmten Landes darin ihre Kästchen hätten. Meist sind also die Brief marken des Landes auch alle abgebildet bei Marken mit NATO Symbolen ist das Kästchen leer, und schamhaft steht darin:" Symbolische Darstellung " Doch hat die " Kommission Philatelie des Präsidialrates im Deutschen Kulturbund" auch noch andere Sorgen. In der letzten Ausgabe des " Sammler Express"(Nr.963) äußert sich ein E. Wenzel aus Rostock zu Problemen des Briefmarkenhandels in der DDR: Ich schlage T ein :— nur deshalb dem Ministerium für Handel und Versorgung vor, die seit Jahren diskutierten Gedankengänge über die Bildung einer Vereinigung des sozifistischen Briefmarkenhandels der DDR neu ug<;fp" und diese Vereinigung in Auswertung des VT. Partpngs der SED auf Grund der P"" Jerheiten des Briefmarkenhandels zur Verbesserung ihrer Handelstätigkeit schnellstens zu bilden " Unu Herr Wenzei mpfiehlt allen Ernstes die Aufstellung > on Rxperteninventurbrigaden", wobei er ofleu läßt, ob die1 Brigaden nun Ex< perten "u invet -n od p" Inventuren zu exr rasieren " hen Außerdem sei zu erwägen,mein.

j r, in welche- Form die privaten Briefmarkengeschäfte — denn die gibt es noch! — ,i, die Erfüllung der Aufgaben des Briefmarkenhandel? miteinzubeziehen" seien. Der Zeitpunkt ist vorauszusehen, an dem "privates" Briefmarkensammeln überhaupt verboten sein wird, weil nur der organisierte Philatelist wirksam, vermittels Einkleben von Postwertzeichen, seinen Beitrag ir- "umfassenden Aufbau des Sozialismus" leisten kann.