Die Sendung, die der funkerfahrene Axel Eggebrecht mit sechs auf diesem Gebiet ganz unerfahrenen jungen Leuten macht (genauer gesagt: die Eggebrecht sie machen läßt), ist nicht in eine Rubrik zu bringen. Sie ist nicht "Unterhaltendes Wort", nicht feature, nicht Musiksendung oder Hörspiel, sie bringt allerlei – wobei man wiederum nicht an sogenannte "Bunte Abende" zu denken braucht.

Die letzte (fünfte) Sendung aus dem im April gegründeten Nachwuchs-Studio brachte: ein Interview mit Jane Mansfield (auf englisch, mit untergeschobener Übersetzung), Shanties, die eine Geschichte von einem alten Seemann, dem "berühmten Heuerverschwender und Salpeterfahrer, Bootsmann John" einrahmten. Eine längere Glosse – "Die Stimme aus dem Papierkorb" – kritisierte mit sanfter Ironie die Mängel im "Philosophenturm", einem Neubau der Hamburgischen Universität. Die "Dame, die zu ihrem Untermieter redet" – auch ein ironischer Beitrag – lieferte Gewäsch über alles in der Art von Gisela Schlüter und Lisette Mullere. Ein kleiner Kommentar zur Politik machte den Schluß.

Was gebracht wurde, sagt aufgezählt also nichts. Der Reiz der Sache liegt im Wie. Und zwar ist nicht bemerkenswert, wie gut oder gar großartig diese sechs (vorläufigen) Amateure ihre Beiträge schrieben oder sprachen, sondern wie kühn und perfekt. Zur Kühnheit ist zu ergänzen: diese jungen Leute senden live. Zur fehlenden Perfektion: sie kommen aus allen möglichen Berufen, nur Sprecher, Schauspieler oder Autoren waren sie nicht – und sind es auch jetzt noch nicht. Das allerdings hoffen sie zu werden. Wenn ihr halbes Jahr um ist – für diese Zeit erhalten sie vom Rundfunk Chance und Salaire – dann wird man sehen, ob Rundfunkmachen ihr Beruf wird. R. H.