Heute wird alles getestet: Die Waschmaschine,die Zahnbürste, die Seife, die Autos, die Intelligenz, der Mut. Und jetzt hat ein Boulevard-Blatt versucht, den idealen Typ der Frau zu finden. Den des Mannes auch ... Man hat ihn natürlich gefunden!

Viele Zeitungen oder Revuen haben ihre eigenen Test-Rubriken. Dort wird alles untersucht und beurteilt. Die Resultate sind schematisch, mathematisch, oft überflüssig und werden trotzdem gern akzeptiert.

Früher nannte man das Urteil oder Kritik. Man drückte nicht in Ziffern seine Meinung aus, man teilte nicht in zwei Kategorien – Qualität und Fehler – ein, sondern man sagte es mit Erklärungen und feinen Nuancen. Man machte es sich nicht so leicht.

Wer kann sich heute noch rühmen, ein eigenes Urteil zu haben? Wer ist heute noch wahrhaft kritisch? Man sagt, das Angebot der Waren sei so überwältigend groß, daß die Kenntnisse der Konsumenten nicht mehr ausreichen. Aber sich blindlings auf die Messungen der Spezialisten zu verlassen – das genügt nicht, wenn das Maß den idealen Menschen ermitteln soll. glp