"Der Zinker" (Bundesrepublik; Verleih: Constantin): Die Krimis fallen wie reife Äpfel vom Baum der siechen deutschen Filmwirtschaft, in absehbarer Zeit dürfte das halbe Hundert voll sein, eine Stichprobe war also mal wieder fällig. Qualvoll, qualvoll – denn inzwischen geht den Streifen sogar die primitivste Spannung ab. Um eine Fabel scheinen sich die Hersteller dieses fließbändlichen Quatsches bequemlicherweise nicht mehr zu scheren, dämliche Mystifikation ist alles. Darsteller wie gehabt, doch Kinski darf in dieser Ausgabe wieder einmal über die volle Länge mimen. Seine Hauptbeschäftigung: mit harmlosen Ringelnattern herumzufummeln. Die schlängeln sich denn auch unentwegt über Mädchenbusen oder Kopfkissen. Zur Abwechslung kommt dann ein Tiger los und verspeist eine Dame. Der Inspektor macht den Eindruck, als könne er kaum mehr die Drehbücher auseinanderhalten, jedenfalls quasselt er ziemlich zusammenhanglos daher. Der Mörder ist ein ganz Schlimmer, er pustet nämlich seinen Opfern Gift in die Arterie. Eine rüstige alte Dame setzt aber seinem Treiben ein barsches Ende. Na, und für jeden Pistolenschuß gibt’s für das verschreckte Parkett einen ulkigen Kalauer. Die Einstellungen beginnen oder enden stur mit einem beliebigen Gegenstand in Großaufnahme, nur daß er mal auf einen zukommt und mal verflimmert. In schöner Eintracht versanken Regisseur, Kameramann und Rezensent etwa zu Beginn des letzten Drittels in einen dämmermüden Kinoschlaf. uwe