Die Deutsche Dampfschifffahrts-Gesellschaft "Hansa", Bremen, die zu den "großen Drei" der deutschen Schiffahrt zählt, hat für das Geschäftsjahr 1962 ihr Dividendensignal mit 6 % um zwei Punkte höher "vorgeheißt" als 1961. Obwohl sich trotz eines etwas größeren Tonnageeinsatzes wegen der Flottenmodernisierung das gefahrene Ladungsvolumen gegenüber dem Vorjahr nicht erhöhte, konnte dennoch ein besseres Ergebnis erzielt werden. Die Gründe hierfür sind die Aufbesserungen der Frachtraten, die möglich wurden durch den Abbau von Wettbewerbsmaßnahmen gegen Outsider. Auch die geringeren Aufwendungen für Chartertonnage und Rationalisierungsmaßnahmen auf verschiedenen Gebieten haben dazu beigetragen.

Menge und Zusammensetzung des Ladungsangebotes haben sich ebenfalls zum Besseren gewandelt. Das ist für die DDG "Hansa" von besonderer Bedeutung, weil sie sich in ihrem Verkehr nach den süd- und südostasiatischen Gebieten in schwierigen Relationen bewegt. Ausgehend von den europäischen Häfen ist das Ladungsangebot weitaus größer als in der heimkehrenden Fahrt.

Kennzeichnend für das bessere Abschneiden der "Hansa" im letzten Geschäftsjahr sind neben dem um 18,5 auf 150,2 gestiegenen Schiffahrtsbetriebsergebnis, dem freilich auch höhere Schifffahrtsbetriebsaufwendungen und gestiegene Personalkosten gegenüberstehen, die um 10,3 auf 18,7 Mill. DM erhöhten Abschreibungen, davon allein 18,4 (1961: 8,1) Mill. DM auf die Flotte. Auch der mit 0,9 (1961: 0,6) Mill. DM ausgewiesene Reingewinn spiegelt die raumere Brise für die "Hansa". Freilich ist der günstige Abschluß der Gesellschaft vor der Kulisse einer ganzen Reihe ertragsschwacher Jahre zu sehen und nicht nur im Vergleich zum Vorjahr. Noch immer hat das Wort des britischen Lord Runciman seine Gültigkeit: "In der Schiffahrt haben drei gute Geschäftsjahre für sieben schlechte aufzukommen."

Zeigen schon die höheren Abschreibungen auf die Flotte das Konsolidierungsbemühen der "Hansa", so wird diese auf Festigung des bisher Erreichten gerichtete Geschäftspolitik noch deutlicher durch die unmittelbar bevorstehende Erhöhung des Grundkapitals um 2,5 auf 17,5 Mill. DM. Damit macht der Vorstand zum Teil von seiner Ermächtigung Gebrauch, durch ein "genehmigtes Kapital" von 5 Mill. DM in zwei Tranchen zu je 2,5 Mill. DM das Eigenkapital zu stärken. Den Aktionären werden die neuen Aktien im Verhältnis 6 : 1 zu pari mit Dividendenberechtigung ab Januar 1963 angeboten.

Die "Hansa"-Flotte, die zur Zeit 50 Einheiten mit gut 446 000 Tonnen Tragfähigkeit zur Verfügung hat (gegenüber 48 Schiffen mit 410 000 Tonnen Tragfähigkeit Anfang 1962) stellte im Berichtsjahr fünf neue Schiffe in Dienst, denen noch in diesem Monat ein sechstes folgen wird. Verkauft bzw. abgewrackt wurden 1962 drei technisch überalterte Einheiten. Für 1963 erwartet die Reederei ein ähnliches Ergebnis wie für 1962, vorausgesetzt, daß keine Rückschläge politischer oder wirtschaftlicher Art eintreten. Sml.