Wie groß der Papierberg war, den es zu bewilligen galt, bis endlich die bayerische Staatsregierung die gewünschte Sondergenehmigung für eine Einreise erteilte, läßt sich heute nicht mehr rekonstruieren. Und da man In Bayern mit unliebsamen Ausländern betrübliche Erfahrungen zur Genüge gemacht hatte und um jedem Mißverständnis und jeder Mißdeutung aus dem Wege zu gelten, schalteten sich hohe und höchste Stellen des Staatsapparates ein, Zumal es sich um jemanden aus der Sowjetunion handelte. Auch die sowjetische Bürokratie machte es sich nicht leicht und geriet in Gefahr, sich in einen ideologischen Konflikt zu stürzen. Handelte es sich doch darum, einer Monarch in die Ausreise zu gestatten. Denn in welchen Geruch. kommt der sozialistischsowjetische Staat, wenn er in das demokratische bundesrepublikanische Bayern eben eine rentable Königin fliegen läßt? Moskau aber sondergenehmigte schließlich auch, und so erfreut sich nun Bayern endlich einer seltenen kaukasischen Königin, die dem internationalen Stamm der Bienen angehört, und man hofft nun, durch das frische Blut zu mehr Honig zu kommen. Ob der nun kaukasisch, sozialistisch, bayerisch, sowjetisch oder deutsch schmeckt...? H. K.