BERLIN (Werkstatt des Schillertheaters):

Zwei Einakter von Tadeusz Rózewicz

"Wofür, wenn nicht für Experimente, ist eine Bühne wie diese da?" Mit einer rhetorischen Frage begrüßte der Berliner "Tagesspiegel" zwei Einakter des polnischen Autors, von dem schon "Die. Kartothek" gezeigt worden ist. Rózewicz ist Moralist. In Seiner "Laokoon-Gruppe" mokiert er sich "satirisch über einen leeren Ästhetizismus, der sich für Kennerschaft hält". Ein Kunsthistoriker und die älteren Familienmitglieder haben mit Hilfe von Sekundärliteratur gelebt. "Die Provokation durch eine Jugend, die sich nicht mit Phrasen zufrieden gibt, genügt schon, daß auch die älteren den Glauben an das Schöne verlieren ... Werner W. Malzacher hat das in Lenneweits Bühnenbild mit viel Sinn für die latente Komik des Kunstgeschwätzes inszeniert." Wurde das erste Stück viel beklatscht, so bekam das zweite nur "tröp feinden Beifall". Es heißt "Die Zeugen oder Unsere kleine Stabilisierung". Nach dem Bericht der FAZ "konnte der Regisseur Axel Corti auch durch Filmeinblendungen daraus keine Sehenswürdigkeit machen". Der Autor "will offenbar den Vulkan vorführen, auf dem sich unser Alltag abspielt... Aber er gerät in eine Kafka-Atmosphäre... und bietet kaum mehr als eine nicht parodistisch gemeinte Parodie des absurden Theaters", Jac