Wie wenig die Mahnungen der Deutschen Bundesbank fruchten, die öffentliche Hand solle sich am Baumarkt zurückhalten, läßt eine Bemerkung im Geschäftsbericht des im, Vorjahr zweitgrößten deutschen Bauunternehmen, der das Bauhauptgewerbe im ganzen festgestdlte stärkere Anstieg der öffentlichen Aufträge hat auch die prozentuale Zusammensetzung unserer Bauleistung beeinflußt. Nach wie vor lag jedoch im Inlandgeschäft das Schwergewicht unserer Arbeiten mit einem Anteil von mehr als 6D°o vom Umsatz in der Tätigkeit für die gewerbliche Wirtschaft " Um 32%> wurde der Umsatz auf 582 Mill. DM ausgeweitet. Während die Wachstums ate im Inland bei 24°o lag, erreichte sie im Auslandsgeschäft sogar 60%, so daß im vergangenen Jahr bei Hochtief 85 Mill. DM auf Exportverträge entfielen. Kein Wunder, wenn die beträchtlichen, über die Vorjahreszahl himusgehenden Auftragseingänge sowohl die Beschäftigung als auch den Auftragsbestand das ganze Jahr über auf einer bisher noch nicht erreichten Höhe hielten, wie der Vorstand angibt. Insbesondere Großprojekte wie die Fabrikanlagen der Adam Opel AG in Bochum, der Volkswagenwerk AG in Altenbauna, U Bahnbauten in Berlin, Kanalbauten, Parkhochhäuser, Tiefgaragen, Kaufhausbauten und Wegeüberführungen zählen im Inland neben Trockendocks, Düngemittelfabriken, Eisenbahndrehbrücken in Übersee zu wesentlichen Umsatzträgern. Es überrascht nicht, daß bei der hektischen Baukonjunktur auch die Gewinne weiter zunahmen. Nachdem 3 8 (2 4) Mill. DM den Rücklagen zugewiesen und 2 Mill auf das bewegliche Anlagevermögen zusätzlich abgeschrieben wurden, verbleibt mit 3 2 (25) ein beträchtlich höherer Überschuß als im Vorjahr. Davon wird nicht nur wieder eine Dividende von 16°o bestritten, sondern auch ein Bonus von 4°o gezahlt. Das Bezugsrecht von 2:1 für neue Aktien zum Kurs von 150°o (bei einem Börsenkurs von derzeit 870) darf ebenfalls als Geschenk an die Aktionäre betrachtet werden, unter denen sich das RWE mit etwa 33%, AEG mit 25% und die Commerzbank mit über 10% befinden.