FÜR die Sammler literarischer Kuriosa:

"Zeitung für Einsiedler", herausgegeben von Achim von Arnim in Gemeinschaft mit Clemens Brentano, Faksimiledruck der Ausgabe von 1808 mit einem Nachwort zur Neuausgabe von Hans Jessen; J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachf., Stuttgart; 36,– DM.

ES ENTHÄLT die in 37 Nummern vom 1. April bis 30. August 1808 erschienene, also ein wenig kurzlebige Zeitschrift, die im gleichen Jahr bereits von Arnim unter dem Titel "Trösteinsamkeit" in Buchform herausgegeben wurde.

ES GEFÄLLT einerseits als Dokument; andererseits (und gerade, wenn man die historisch verklärende Patina vergißt), weil es immer gut und nützlich ist, sich von Zeit zu Zeit einmal wieder klarzumachen, daß nicht nur das eigene Jahrhundert fragwürdige Literatur produzieren kann. Was hier in der wichtigsten und prominentesten Zeitschrift der jüngeren Romantik an miserabler Reimerei, dilettantischer Dramatik, steifbeiniger Satire (gegen Voss), Pseudoreligion und fragwürdiger Deutschtümelei im Zusammenhang mit erlauchten Namen wie Tieck, Maler Müller, Arnim, Uhland und anderen geboten wird, ist doch oft eher erheiternd als ehrfurchtgebietend. In jedem Fall aber ist die Lektüre einer Auffrischung des Gefühls für literarhistorische Proportionen dienlich. PeK