Die Bank für Brau-Industrie, Frankfurt am Main, war noch vor gar nicht langer Zeit eine nahezu reine Holdinggesellschaft. Sie verwaltete die Brauerei-Interessen der Oetker-Gruppe. Heute betreibt sie daneben ein beachtliches allgemeines Bankgeschäft. Die Brauereibeteiligungen, die mit 15 Millionen DM in der Bilanz stehen, deren Marktwert allerdings ein Vielfaches davon beträgt, sind aber nach wie vor das wichtigste Vermögensstück des Institutes. Das zeigt auch ein Blick auf die Gewinn- und Verlustrechnung.

Die Beteiligungen brachten über zwei Millionen ein, während an Zinsen und Provisionen per Saldo nur gut eine Million verdient wurde. Die Oetker-Brauereien brauchen die Bank heute kaum noch für die Finanzierung des laufenden Geschäftes. Sie arbeiten vornehmlich mit ihren am Ort ansässigen Hausbanken. Bei der Finanzierung der Investitionen ist das anders. Werden Kapitalerhöhungen durchgeführt, dann beteiligt sich an ihnen die Braubank. Das wird künftig nicht anders sein.

Auf Aufsichtsrat-Vorsitzer Oetker meinte in einem Gespräch mit der Presse, man brauche in den kommenden Jahren über hundert Millionen, um die Brauereien auf den modernen Stand der Technik zu bringen. Zwei Drittel dieser Summen ließen sich über zu verdienende Abschreibungen beanspruchen. Kapitalerhöhungen sind bei der Braubank stets glatt über die Bühne gegangen. Das ist nicht verwunderlich. Die jungen Aktien beispielsweise, die erst im Sommer vergangenen Jahres angezahlt wurden, erhielten die volle Dividende von 13 Prozent für das ganze Geschäftsjahr. Bei einem Emissionskurs von 110 % ist dies eine sehr angenehme Verzinsung. Nun steht nur noch die Verwertung des genehmigten Kapitals in Höhe von nom. 200 000 DM aus. Sie soll über die Börse erfolgen. Das bringt bei dem gegenwärtigen Kursstand nochmals gut eine Million. Rechnet man diesen Betrag den bereits vorhandenen eigenen Mitteln von 14,8 Millionen hinzu, dann decken diese das in der Bilanz ausgewiesene Anlagevermögen der Beteiligungen und Wertpapiere. Auf diesem gesunden Fundament ruht das allgemeine Bankgeschäft, um das sich das Institut jetzt bemüht. Bei seinem Aufbau geht die Braubank behutsam vor. Jedenfalls will sie eine Expansion um jeden Preis vermeiden. Diese hat sie schon deshalb nicht notwendig, weil allein die Beteiligungen eine gute Verzinsung des Eigenkapitals gewährleisten. W. R.