In die Reihe der Frauen auf deutschen Direktorensesseln hat der Tod eine große Lücke gerissen: Lisa Praesent und Käte Ahlmann sind nicht mehr. Doch jener Hauch von Fraulichkeit und Herz, den sie in die nüchterne – und oft rauhe – Welt der Zahlen und Maschinen gebracht haben, wird weiter wirksam bleiben.

Es waren die widrigen Umstände des Krieges, die Lisa Praesent aus dem behüteten Heim an die Spitze eines Unternehmens stellten, als 1944 ihr Mann bei einem Lawinenunglück in der Schweiz um das Leben kam, während ihr Sohn in russischer Gefangenschaft war. Das Unternehmen, die Hamburger Opel-Großhandlung Ernst Dello & Co., das waren damals Ruinen aus jener schwarzen Woche im Jahre 1943, an welche die Hamburger nur mit Schaudern zurückdenken.

Mit 1000 Mitarbeitern ist es heute doppelt so groß wie vor dem Kriege – das Werk einer Frau, die beispielhaft zeigte, daß die Kunst der Menschenführung das bestimmende Element in der Entwicklung eines Unternehmens sein kann. Voller Hochachtung sagen ihre Mitarbeiter: "Sie hatte immer und für jeden von uns Zeit."

Sie hatte auch noch Zeit für ihre Familie und ihren musischen Freundeskreis, in dem Musik und Malerei den Ton bestimmten. Anders als Käte Ahlmann, welche die Unternehmerinnen nach außen repräsentierte, wirkte sie nach innen.

Es waren viele Ehrenämter, die Käte Ahlmann neben der Leitung der Ahlmann-Carlshütte AG versah. Als Gründerin und langjährige Vorsitzende der Vereinigung von Unternehmerinnen in der Bundesrepublik war sie Sprecherin auf vielen internationalen Kongressen, war Mitglied der deutschen Sektion der Internationalen Handelskammer und des Kuratoriums der deutschen Wirtschaft. Auch ihr war die Unternehmensführung vor drei Jahrzehnten durch den Tod ihres Mannes in die Hände gefallen. Ihr größter Erfolg war es, als die 2000 Belegschaftsmitglieder sich 1956 mit 83 % gegen den Metallarbeiterstreik in Schleswig-Holstein aussprachen und die Arbeit wieder aufnahmen. D. Z.