Die Hartmann & Braun AG, Frankfurt, fabriziert elektronische und wärmetechnische Meßgeräte, Regler und andere Instrumente, die überall in der modernen Technik Verwendung finden. Das Unternehmen segelt also im Wind einer günstigen Konjunktur. Die Umsatzkurve ist seit Jahren steil nach oben gerichtet. Die Zuwachsrate lag 1962 mit 11 % über dem Durchschnitt der Elektroindustrie. Dabei betrug die Umsatzzunahme im Inlandgeschäft nur 3 %, im Export dagegen 60 %. Trotz dieser Expansion hat sich das Geschäft normalisiert. Die Lieferzeiten haben sich verkürzt. Einzelne Werkstattkapazitäten sind bereits nicht mehr voll ausgelastet, andere erweisen sich dagegen als zu knapp.

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen gut 5 Mill. DM investiert. Davon wurden knapp 4 Mill. DM über Abschreibungen finanziert. Es mußten also zusätzliche Mittel beschafft werden, zumal auch das Umlaufvermögen um etwa 2 Mill. DM zunahm. Trotz des größeren Umsatzes ist offenbar nicht mehr so gut verdient worden wie im Jahr zuvor. Die ertragsabhängigen Steuern haben sich von 5,4 auf 4,7 Mill. DM verringert. Die Rücklagen, die im vergangenen Jahr um 2 Mill. DM aufgestockt wurden, haben in diesem Jahr nur eine Million erhalten. Die Dividende von 15 % ist trotzdem unverändert beibehalten worden.

Die Tagesordnung der kommenden Hauptversammlung sieht die Schaffung eines bis 1968 genehmigten Kapitals von 5 Mill. DM vor. Dabei soll es der Verwaltung freistehen, Stammaktien oder Vorzugsaktien ohne Stimmrecht auszugeben. Dieser Vorbehalt erklärt sich daraus, daß die Gründer auch heute noch das "Heft in der Hand" behalten und den "Herrn-im-Hause-Standpunkt" vertreten möchten. Ob dies angesichts des Finanzierungsbedarfs der Gesellschaft auf die Dauer möglich ist, steht dahin. Rlb.