Die Olympia-Werke AG. in Wilhelmshaven, deren Aktienkapital im Geschäftsjahr 1962 um 10 Mill. DM auf 55 Mill. DM erhöht wurde und sich voll im Besitz der AEG befindet, hat im letzten Jahr auf der Stelle getreten. Der Umsatz konnte im Berichtsjahr mit 214 Mill. DM nur knapp gehalten werden. Wahrscheinlich hätte Olympia besser abgeschnitten, wenn es möglich gewesen wäre, die Kapazitäten voll auszulasten. Das scheiterte jedoch am Arbeitskräftemangel. Obwohl sich die Belegschaft um 1400 Arbeitskräfte verringerte, führten die tariflichen Lohn- und Gehaltserhöhungen zu einer Steigerung des Lohn- und Gehaltsaufwandes um 6,6 auf 95,3 Mill. DM. Der Anteil der Personalkosten einschließlich der Sozialleistungen am Umsatz wuchs dadurch auf über 50 %. Die Lohnkostensteigerungen konnten durch Rationalisierungsmaßnahmen nicht aufgefangen werden. Entsprechend verringerte sich die Ertragskraft des Unternehmens, zumal im Berichtsjahr eine Kostendegression aus erhöhten Umsätzen wegfiel und außerdem die Verkaufserlöse rückläufig waren. Nicht zuletzt wirkte sich die Gewährung erhöhter Rabatte als Folge des verschärften Wettbewerbs aus.

Aus der Schmälerung des Reingewinns von 4,6 (1961: 6,3) Mill. DM zog Olympia die Konsequenz durch Kürzung der Dividende um 4 auf 10 %. Trotz dieser Dividendenkürzung, hat die AEG-Mutter durch die Übernahme der neuen Aktien im Wert von 10 Mill. DM zu pari ihre Freude an der Tochter gehabt.

Wenn Olympia trotz des gestiegenen Produktionswertes der westdeutschen Büromaschinenindustrie – er erhöhte sich um 17,9 % auf 1,4 Mrd. DM – nicht vorangekommen ist, so deshalb, weil die Zuwachsraten auf dem Büromaschinenmarkt vor allem auf Lochkarten- und Datenverarbeitungsanlagen (plus 50 %) entfallen sind, also auf Bereiche, in denen Olympia nicht zu Hause ist. Der Anteil von Olympia an der Herstellung von Büroschreibmaschinen und Rechenmaschinen beträgt indessen immer noch die Hälfte. Jede zweite von bundesdeutschen Herstellern verkaufte Schreibmaschine trägt die Marke "Olympia".

Auffallend ist, daß trotz der angespannten Arbeitsmarktlage, die zu einer intensiveren Ausnutzung der Büroschreibmaschinen zwang, der Produktionswert im Büromaschinenbereich im Bundesgebiet um 10 % auf 184 Mill. DM zurückfiel. Dieser Verlust konnte durch die Produktionszunahme bei Klein- und Flachschreibmaschinen um 6 % auf 137 Mill. DM nicht wettgemacht werden. Freilich kündigt sich inzwischen bei Olympia eine Besserung an. In den ersten fünf Monaten des neuen Geschäftsjahres hat sich der Umsatz kräftig erhöht. Der Absatz an elektrischen Schreibmaschinen sowie einiger neu eingeführter Fabrikate ist gestiegen. Gebessert hat sich vor allem auch der Auslandsumsatz. Trotz der Einbußen – vor allem im Überseegeschäft – ist Olympia mit einem Exportanteil von 50 % der größte Weltexporteur von Schreibmaschinen geblieben.

In der Bilanz schlagen sich deutlich die Rationalisierungsbemühungen nieder. Das Anlagevermögen steht nach Investitionen von 23,7 (23,5) Mill. DM und nach Abschreibungen von 17,6 (18,1) Mill. DM mit 97 (91,2) Mill. DM zu Buch. Für 1963 sind nach den großen Investitionsanstrengungen der Vorjahre nur noch Investitionen in Höhe von rund 14 Mill. DM vorgesehen. Sie sollen im wesentlichen der weiteren Rationalisierung, aber auch der Ausweisung des Produktionsprogramms zugutekommen. Sml.