Der in diesem Jahr üblichen Dividendenpraxis schließt sich auch die Deutsche Continental-Gas-Gesellschafl, Düsseldorf, an: Der in der Elektroindustrie, in der Energieversorgung und im Steinkohlenbergbau engagierte Konzern bleibt bei seinem Vorjahrssatz von 12 % auf das Grundkapital von 70 Mill. DM. Das ist für Contigas – im Gegensatz zu vielen anderen Gesellschaften – nicht unbedingt eine zwingende Notwendigkeit; denn das Gesamtergebnis hat sich, wie Vorstandsvorsitzer Dr. Wolfgang Glatzel in einer Pressekonferenz zugab, gegenüber den beiden Vorjahren durchaus verbessert. Aber die Düsseldorfer Verwaltung schwört auf "Stetigkeit der Dividende", und das bedeutet nach ihrer Auffassung nicht, daß auch die Ausschüttung erhöht wird, wenn der Ertrag des Unternehmens steigt. Nachdem erst im Vorjahr die Dividende um 1 % heraufgesetzt worden sei, habe man diesmal bewußt auf eine Anhebung verzichtet.

Mit einer ll,8prozentigen Umsatzsteigerung (auf 578 Mill. DM) hat der Düsseldorfer Konzern auch im Jahre 1962 eine ansehnliche Erfolgskurve aufzuweisen. Die in der Continental-Elektroindustrie AG zusammengefaßte Industriegruppe – zu ihr gehören die Schorch-Werke, Voigt & Haeffner, Kabelwerk Vohwinkel und die Askania-Werke – konnte ihren Umsatz sogar nochmals um 12,3 % (auf 344,7 Mill. DM) ausweiten. Um 15,1 % stieg das Umsatzvolumen des Bergbaus (auf 120,8 Mill. DM) und um 7,2 % das der Energieunternehmen (auf 112,5 Mill. DM).

In der Pressekonferenz wurde betont, daß insbesondere die Energieversorgungsunternehmen erfolgreich gearbeitet und gute Ergebnisse erzielt haben. Und auch der Bergbau – die Steinkohlenbergwerk Westfalen AG, gehört mit ihrer nochmals angestiegenen Schichtleistung von nicht weniger als 3,197 t zu den Spitzenreitern des europäischen Bergbaus – konnte sein Betriebsergebnis trotz gestiegener Material- und Lohnkosten noch verbessern. Lediglich bei der Conti-Elektro-Tochter wurde der neuralgische Punkt der gesamten deutschen Industrie offenbar: trotz der erheblichen Umsatzzuwachsrate konnte keine Verbesserung der Ertragslage mehr erreicht werden. Vorstandsvorsitzer Glatzel legte den Finger in die Wunde: die Personalkosten der Conti-Elektro, die im Berichtsjahr um nicht weniger als 34 % – bei einer Erhöhung des Belegschaftsstandes um nur 3 % – angestiegen sind, haben den Produktivitätsfortschritt erheblich überschritten.

Die weitere Entwicklung des Unternehmens im laufenden Geschäftsjahr beurteilt die Düsseldorfer Konzernverwaltung mit einem, wie Glatzel betonte, "wohltemperierten Optimismus". Die Umsatzzuwachsrate in den ersten fünf Monaten dieses Jahres betrug bisher 5,8 %. Die Zuwachsraten früherer Jahre werden zwar nicht mehr zu erreichen sein, aber – so hieß es in Düsseldorf – eine gesunde Entwicklung sei auch bei kleineren Zuwachsraten möglich.

Nmn