FÜR Freunde des kleinen, zugeschliffenen Feuilletons im allgemeinen und ZEIT-Leser im besonderen –

Thilo Koch: "Zwischentöne" – Ein Skizzenbuch; Verlag Ullstein, Berlin; 184 S., 12,80 DM.

ES ENTHÄLT kleinere und größere Arbeiten, die Thilo Koch in den letzten Jahren teils für den NDR, teils für Welt am Sonntag und auch für die ZEIT geschrieben hat; Reise-Impressionen, kritische Seitenhiebe, Aufsätze über Sartre, Casanova, Benn, Sprachglossen, Miniaturen und last not least elf "Galanterien".

ES GEFÄLLT, weil hier nicht wie so oft ein Journalist um jeden Preis aus seinen verstreuten Arbeiten ein Buch basteln wollte, sondern die Auswahl das allzusehr auf den Tag Bezogene ebenso meidet wie die Ambition, "Zeitloses" aus dem notwendig an die Zeit Engagierten herauszuklauben. Man hat eine feine Gelegenheit, sich zu erinnern, daß Thilo Koch nicht nur dann seine Feder wetzt, wenn ein Kennedy nach Deutschland reist, und zu zu sehen, daß hier ein blitzgewandter Schriftsteller und gescheiter Moralist am Werke ist. Die sprachliche Intimität der Skizzen und der nur scheinbar private Gestus verbinden sich mit unbeirrter Reflexion, die auf das Ganze zielt.

uwe