DIE ZEIT

De Gaulles Ultimatum

Keine Überraschungen, sondern Bestätigungen“, urteilt Le Monde, während der Figaro feststellt: „Größe und Einsamkeit bleibt seine Devise“.

Der Senat wird ja sagen

Präsident Kennedy hatte es bei seiner Fernsehrede, mit der er am Wochenende ganz Amerika aufforderte, dem in Moskau geschlossenen Dreimächtepakt über einen Teilverzicht auf Kernwaffenversuche zuzustimmen, nicht leicht.

Handschlag in Moskau

Man ist es gewohnt, daß die gleichen Begriffe und Vorgänge in Ost und West total verschieden ausgelegt werden. Daß aber die Wertung gewisser Ereignisse auch innerhalb des Westens ganz unterschiedlich ist, das ist neu und wurde zum erstenmal deutlich bei den Kommentaren zum Moskauer Abkommen über die Einstellung der Atomversuche.

Untauglicher Himmelsspion

Die Vereinigten Staaten haben mit einem Federstrich die Weiterentwicklung und die Erprobung ihres Himmelsspions, des Warnsatelliten „Midas“ beendet.

Zeitspiegel

„Frankreich hat sich von seiner Schwäche erholt und ist im Begriff, eine Atommacht zu werden. Es ist deshalb notwendig, die Rolle Frankreichs in der Atlantischen Allianz zu überprüfen, zumal die Vereinigten Staaten ihr atomares Monopol eingebüßt haben.

Eingebildete Schwäche

Große und kleine Funktionäre der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands dürfen sich fortan weder am Schwarzen Meer noch an der jugoslawischen Adria-Küste sonnen.

Wenn die Kirche vor Ort geht...

Er hat die Physiognomie eines Boxers, der hart zuschlagen kann: vorgewölbte Augenbrauen, kantige Backenknochen, eine breite Nase.

Etwas außerhalb der Demokratie

Innerhalb und außerhalb der CDU hat während der letzten Monate ein Landesverband der Union von sich reden gemacht, dessen Existenz bis dahin auch vielen CDU-Mitgliedern verborgen geblieben war.

Kölscher Klüngel

Am Himmel Kölns schwebten zwei silberne Luftballons. Die Stadtväter hatten sie zwischen dem Funkhaus und dem Opernplatz 53 Meter hochgelassen.

Manchmal machen sie Furore

In dieser Woche tagten in Hamburg Studentenredakteure aus 28 Ländern. Das Hauptthema ihres Kongresses: Pressefreiheit und Studentenzeitungen.

„Alle Weißen sind Teufel”

Die Stimme ist scharf und aufreizend, die Hautfarbe heller Milchkaffee. „Der weiße Mann will nicht, daß Ihr gute – Bürger seid“, schreit die Stimme.

Zeitfragen: Was ist Freiheit der Kritik?

Man kauft auf eine ganze Reihe von Ereignissen hinweisen: auf den erfolgreich abgeschlagenen Angriff, der gegen den „Spiegel“ unternommen wurde; auf die vielen energischen Verteidiger des Kritikers Paczensky.

Gedanken zur Universitätsreform

Die Universitätsreform – das ist ein Thema, bei dem jeder der Beteiligten und Engagierten, der Fachleute und der Laien etwas anderes im Sinn hat, seine eigenen Detailvorstellungen über den Punkt, wo jetzt am dringendsten angesetzt werden müßte.

Die akademische Freiheit

Eine der Säulen, auf denen die deutsche Universität ruht, ist ohne Zweifel das Prinzip der „akademischen Freiheit“. Das Hauptgewicht des Prinzips liegt jedoch im Studium.

Die Autonomie der Fakultäten

Von den drei hier ausgesonderten Grundannahmen der deutschen Universität ist die dritte – die Autonomie der Fakultäten – außerhalb der Universität am wenigsten bekannt, obwohl sie in ihr und für die akademische Organisation möglicherweise die folgenschwerste ist und jedenfalls in besonderem Maße die Starre der Institution zu erklären vermag.

Kleiner Kunstkalender

Eine erste und offizielle, von der australischen Botschaft in Bad Godesberg für Deutschland arrangierte Ausstellung zeitgenössischer australischer Kunst.

Zeitmosaik

Auf dem Grünen Hügel in Bayreuth sollen während des internationalen Jugend-Festspieltreffens vom 4. bis 24. August auch Autoren einander international begegnen.

Zero, Nullpunkt, Nichts

Seltsames begibt sich in der Schwanenhalle des Römers zu Frankfurt am Main. Da stellt sich, gotisch überwölbt, "Europäische Avantgarde".

Wieder ein Meistersinger-Skandal

Das publizistische Rätselraten, das den diesjährigen Bayreuther Festspielen vorausgegangen war – ob wirklich die angekündigten „Meistersinger“ oder der „Parsifal“ die Neuinszenierung des Jahres sein würde – fand seine einfache Lösung dadurch, daß im „Parsifal“ einige mehr oder weniger einschneidende Veränderungen vorgenommen worden sind, die „Meistersinger“ hingegen denkbar eindeutig als sensationelle Novität herauskamen.

Gestörte Leitung

Ich weiß: Man tut sowas nicht. Man hört nicht fremde Telephon-Gespräche ab, in die man aus Versehen hineingeraten ist. Und wenn es sich nicht gerade um prickelnde Details aus der Intimsphäre handelt, hänge ich auch gewöhnlich sofort diskret ein.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT den berühmten, aber zu wenig bedachten Aufsatz, der 1936 zum erstenmal erschienen ist, und zwei kleinere Arbeiten („Kleine Geschichte der Photographie“, „Eduard Fuchs, der Sammler und Historiker“), die die Brauchbarkeit des großen Gedankens am Detail erweisen.

Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit

Ich glaube nicht, daß heute demjenigen sonderliche Schwierigkeiten erwachsen, der die Geschwindigkeit des Lichts mitteilt, das Jahr der Machtübernahme Hitlers oder die Entfernung von der Erde zum Mond.

Leserbrief

Die Postulierung eines studentischen Gemeinschaftslebens erscheint mir nicht zwingend. Wo münden denn solche „Gemeinschaftsbindungen“? – Bei den Deutschen im allgemeinen in Vereinsmeierei, und bei den deutschen Studenten in Formen, die Ausdruck ihrer permanenten geistigen Unreife (im Gegensatz zum amtlich bescheinigten Reifezeugnis) sind.

Die Wahl der Unsterblichen

Eine zweisprachige Anthologie französischer Lyrik von Villon bis Saint-John Perse in einem schmalen Band – das scheint ein von vornherein aussichtsloses Unterfangen.

Unser Seller-Teller Juli 1963

Eine allgemeine Übereinkunft behauptet, unsere Gesellschaft, heillosem Immobilismus verfallen, nur um ihre Prosperität besorgt, zäh dem Status quo verschworen – unsere bundesdeutsche Gesellschaft könne es nicht ertragen, wenn an ihren stillschweigend akzeptierten Voraussetzungen gerüttelt wird.

Schmerzempfindung will gelernt sein

Als Kind weinte sie nie, wenn sie hinfiel; einmal brach sie sich den Fußknöchel, aber sie spürte es nicht, ja, es wäre vielleicht nie herausgekommen, wenn sie nicht wenige Tage später darüber geklagt hätte, daß ihr an dem einen Fuß der Schuh nicht mehr passen wollte.

Verkannte Erbsubstanz

Küken mit zwei Gehirnen oder mit einem doppelten Skelett waren die Resultate einer Versuchsreihe, die zu einer erregenden genetischen Entdeckung führte: Dr.

Wie schwer ist Rechnen?

Was ist schwerer: zwei und acht zusammenzuzählen oder drei und sieben; 589 mit 94 zu multiplizieren oder 832 mit 79? Die Antwort auf solche Fragen glaubt der englische Psychologe H.

Kann man Erdbeben voraussehen?

Vor ein paar Wochen erklärte der amerikanische Seismologe Louis B. Slichter von der Universität Kalifornien, er warte ungeduldig auf das nächste schwere Erdbeben, das, wie das Chile-Beben vor drei Jahren, den ganzen Erdball in Schwingungen versetzen würde.

Funk: Dichtung, die sich selbst bespiegelt

Dieser Titel führte in die Irre. Beda Alleman, der Autor der Sendung, beschäftigte sich nur am Rande mit den dichterischen Selbstbespiegelungen der Movens-Bande und anderer lyrischer Ring-Vereine.

Film

„Liebenswerte Leckerbissen“ (Frankreich, Jugoslawien, England; Verleih: Rank): Ein konventioneller Verleih wagte das Unkonventionelle, ein abendfüllendes Programm aus Kurzfilmen.

Theater

Das Schema der Bregenzer Festspiele, wie es Ernst Bär mit Wiener Hilfe herausgebildet hatte, dürfte so wohl zum letztenmal exerziert worden sein.

Fernsehen: Hoch hinaus

Der 20. Juli gab den Fernsehanstalten Gelegenheit, zwei alte Filme zu zeigen: Im Ersten Programm erschien Minetti in Witzlebens Maske, im Zweiten wurde, peinlich direkt, Staufenbergs Schicksal beschworen.

Mozarts „Zauberflöte’’ ohne Glauben an Sarastro

Selbstverständlich ist er aufgetreten. Und da er von Walter Kreppel gesungen wurde, der fast um Haupteslänge größer ist als die übrigen Mitglieder seines Priesterklubs, war er auch nicht zu übersehen: Sarastro, der Priesterkönig in Mozarts Freimaurer-Oper „Die Zauberflöte“.

Die Tücke des Gesetzes

Der große Block der preisgebundenen Sozialwohnungen werde schon dafür sorgen, daß an einem freien Wohnungsmarkt die Bäume nicht in den Himmel wachsen – den Kritikern an den neuen Mietgesetzen gegenüber wurde die Bundesregierung nicht müde, dies zu betonen.

EWG-Programm ohne sanfte Gewalt

Die Europäische Wirtschaftskommission in Brüssel hat den sechs Mitgliedsregierungen ein 20 Seiten starkes Dokument zugeleitet.

Dem Hunger die Stirne bieten

Dem Hunger in der Welt kann in den kommenden sieben bis zehn Jahren nur durch vermehrte Nahrungsproduktion der Industrieländer begegnet werden.

Was wissen Sie von Ihrem Betrieb?

Wir leben im Zeitalter der Rationalisierung. Jeder ist bestrebt, mit möglichst geringem Aufwand beste Ergebnisse zu erzielen.

Der Leser schreibt...

Zwischen einer Programmierung im Unternehmen und dem Liberalismus besteht kein Gegensatz, Es ist zudem wenig glaubhaft, daß Vertreter des liberalen Lagers etwas gegen eine betriebliche Programmierung einzuwenden hätten.

Groß, größer, am größten

In der Bundesrepublik waren im Durchschnitt des vergangenen Jahres 21,1 Millionen Menschen beschäftigt. Das sind etwa 440 000 oder 2,6% mehr als im Vorjahr.

Zeitraffer

Auf 12 Mrd. DM beziffert das Deutsche Industrie-Institut (Köln) die Subventionen, die im Jahr 1963 vom Bundeshaushalt geleistet werden müssen.

Friedensschluß

Seit dem Wahlkampf 1957 hat Bundeskanzler Adenauer mit dem Chef der IG Metall, Otto Brenner, kein Wort mehr gewechselt. Wenn in den letzten sechs Jahren Gewerkschafts-Delegationen im Palais Schaumburg zu Gast waren, Otto Brenner war niemals mit von der Partie, obwohl er einer der Mächtigsten im Gewerkschaftslager ist.

Liebäugeln mit dem Osten

Die Südafrikanische Republik hat die Forderung verschiedener westlicher Länder nach einem Handelsembargo so beantwortet wie es.

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