Dichter ist, wer mit neuem Blutstrom, mit gelehrter Wahrheit erfüllt, was vorher wohl alle schon wußten, bloß nicht so. Erich Kästner

Grüner Autorenhügel

Auf dem Grünen Hügel in Bayreuth sollen während des internationalen Jugend-Festspieltreffens vom 4. bis 24. August auch Autoren einander international begegnen. Der Pole Tadeusz Rozéwicz, der Schweizer Jörg Steiner, der Österreicher Peter von Tramin und die Deutschen Hans Bender, Horst Bienek, Kuno Raeber und Horst Bingel wollen sich beteiligen.

Majakowskij als Filmschauspieler

Wladimir Majakowskij, der Dichter der russischen Revolution, bei uns in den letzten Jahren bekanntgeworden unter anderem durch die Übersetzungen von Karl Dedecius, wollte Filmschauspieler werden. Er hat in drei Filmen gespielt, zu denen er die Drehbücher schrieb. Einer dieser Filme, der den Titel "Vom Film gefesselt" trug, stand nach Majakowskijs Meinung in einer Reihe mit avantgardistischer Literatur der Zeit. Freilich habe die "Neptun"-Produktion das Drehbuch bei der Verfilmung schandbar verunstaltet. Damals (1918) hat der Autor sich Schrittmaterial schenken lassen, von dem kürzlich über 40 Meter (rund 2000 Einzelaufnahmen) gefunden und vorgeführt wurden. Das Material ist in mancher Hinsicht von großem biographisch-dokumentarischen Wert. Majakowskij hat übrigens ohne Schminke gespielt.

Neues Thema für DDR-Autoren

Im SED-Bezirk Halle soll derzeit über das Thema "Lohn nach Leistung" geschrieben werden – nicht von den Schulkindern, sondern von den Schriftstellern. Sie wurden vom Ersten Sekretär der Bezirksleitung, Horst Sindermann, dazu aufgefordert. Seiner Meinung nach muß "der sozialistische Schriftsteller sich Gedanken darüber machen, wie man in der Zone dazu kommt, daß schließlich jeder seinen gerechten Lebensstandard selbst bestimmt".