Washington bot seine schwersten Kaliber auf

Washington, im August

Nach einer Woche intensiver Hearings vor dem Außenpolitischen Senatsausschuß, denen die meisten Mitglieder des Wehrausschusses und des Atom-Energie-Ausschusses beiwohnten, faßte der demokratische Senator Henry M. Jackson aus dem Staat Washington die Überlegungen vieler gewichtiger Mitglieder des amerikanischen Senates zu dem Dreimächteabkommen über den Verzicht auf oberirdische Kernwaffenversuche in den Sätzen zusammen: „Ich möchte, daß die Mitglieder des Senates ein vernünftiges Votum abgeben können. Ich möchte in der Lage sein, sagen zu können, daß alle Sicherungen gewährleistet sind. Was wir tatsächlich brauchen, ist ein zweiter Vertrag zwischen Parlament und Regierung.“

Die Sicherungen, an die Senator Jackson denkt, sind vorbeugende Vorbereitungen der USA zur sofortigen Wiederaufnahme der oberirdischen Kernwaffenversuche für den Fall, daß die Sowjetunion das Moskauer Abkommen ebenso überraschend und einseitig brechen sollte wie vor zwei Jahren das freiwillige Moratorium.

Denn ist das Verzichtabkommen einmal ratifiziert, so könnte in den USA ohnehin die Neigung wachsen, sich kostspieliger Anlagen zu entledigen, für die kein unmittelbarer Bedarf besteht. Was Jackson sagte, drückte daher die Besorgnisse vieler Senatoren aus. Sie sind nicht gegen das Moskauer Abkommen, aber sie verlangen Zusicherungen, daß die Regierung in der Lage ist, jederzeit die oberirdischen Kernwaffenversuche wiederaufzunehmen, falls dies erforderlich wird.

Garantien verlangt

Mündliche, allgemein gehaltene Zusicherungen werden hierfür als unzureichend abgelehnt. Erwartet und verlangt werden ferner folgende verbindliche und detaillierte Garantien des Pentagon und der Atomenergiekommission: Ausbau und Verbesserung des Detektionssystems zur Feststellung geheimer, vertragswidriger sowjetischer Versuche, ständige Bereitschaft der Atomwaffenlaboratorien und der pazifischen Versuchsgebiete.