Bartolomeo Perestello war der Schwiegervater eines sehr berühmten Mannes. Nennen Sie den Namen des Schwiegersohnes.“ Die Einwohner der Stadt Braunschweig konnten ihn nennen: Christoph Columbus. Von den fünf kniffligen Fragen, die alle Einwohner der Stadt mit allen Hilfsmitteln in fünfzehn Minuten zu beantworten versuchen durften, lösten sie drei. Damit besiegten sie den Hörer, der sich die trickreichen Fragen ausgedacht und in früheren Sendungen der erfolgreichen Reihe zwei kleinere Städte geschlagen hatte.

Prinzip der Sendereihe (Erfinder ist der Franzose Blondeau, Spezialist für Sendeschemen, bei denen die Hörer mitspielen) ist dieses: ein Hörer stellt fünf Fragen, eine kleine Stadt versucht sie zu lösen. Werden mindestens drei gelöst, siegt die Stadt, sonst der Hörer, der dann gegen die nächstgrößere Stadt antritt. In Frankreich hat es ein Hörer bis Bordeaux hinauf geschafft – hier vorläufig noch keiner bis Braunschweig. Höchstes Ziel der Reihe, die seit Januar monatlich einmal gesendet wird, ist der Fragekampf gegen Berlin.

Sendungen solcher Art –Unterhaltungsmusik überbrückt die spannenden Rateminuten – werden ständig beliebter. Sie mobilisieren Spieltrieb und Ehrzeiz. Die Geldpreise – Frager und Anwärter profitieren dabei – rangieren offensichtlich am Rande. Man spielt, man hat Spaß. Die Familien am Radioapparat können auch ihre Lexika wälzen und haben so ihr Gesellschaftsspiel, einen modernen Ersatz für Rätselraten und Schreibspiele. Die Kinder können Vaters Kenntnisse bestaunen – oder erleben, daß er nicht herausfindet, was die kleine Stadt Melle gewußt hat, beispielsweise warum die Londoner Polizisten Bobbies genannt werden.

Wichtig bei solchen Sendungen ist der Spielmeister. Von ihm hängt es ab, ob verbissen geraten – oder heiter gespielt wird. Mit großem Charme hat Hans Rosenthal vom Rias diesen Versuch, das französische Muster nach Deutschland zu übertragen, zur beliebten Belustigung gemacht. R. H.