-ge, Bremen

Die Bremer Debatte über das mißglückte Projekt eines halbstaatlichen Seebäderdienstes hat ein versöhnliches Ende genommen. In der Bürgerschaftssitzung am 28. August übernahm der frühere Hafensenator Dr. Jules-Eberhard Noltenius (CDU), in dessen Amtszeit das Unternehmen vorbereitet wurde, öffentlich die politische Verantwortung für diese „Bremer Pleite“. Seinem freidemokratischen Amtsnachfolger Dr. Georg Borttscheller, der im Dezember 1959 in den Senat eintrat, bescheinigte er ausdrücklich, daß dieser das „Kuckucksei“ schon vorgefunden habe.

Insofern war die Stellungnahme Dr. Borttschellers – „mit einer Staatsreederei... läßt sich kein Staat machen“ – nicht ein verstecktes „Schuldbekenntnis“, sondern ein klärendes, hoffentlich abschließendes Wort. Allerdings bleibt die Frage offen, ob nicht ein sofortiges Eingreifen des im Dezember 1959 gewählten neuen Hafensenators – das Seebäderschiff „Bremerhaven“ wurde 1960 in Dienst gestellt – nicht hätte verhindern können, daß dieses Kuckucksei bis zum Ende ausgebrütet wurde.