Die Aktionäre der Eternit AG, Berlin-Hamburg, können auch für 1962 mit dem überdurchschnittlichen Ergebnis „ihrer“ Gesellschaft zufrieden sein: Auf das vor einem Jahr um 17 auf 50 Millionen DM erhöhte Grundkapital erhalten sie zum dritten Male nacheinander 20 % Dividende und einen Bonus von „nur“ noch 15 % (nach 20 und 40 % in den beiden Vorjahren). Die dafür erforderlichen 14,5 Mill. DM übersteigen um rund 6 Millionen den Betrag, der zur vollen Kapitalerhöhung auf 50 Millionen DM gebraucht wird und bis Ende Oktober des Jahres eingezahlt sein soll. Auch diese jungen Aktien sind wieder für das ganze laufende Jahr gewinnberechtigt.

Im Konzern hat die Eternit AG 1962 nach dem Anlauf ihres neu errichteten achten Werks Neubeckum/Westfalen und der Umwandlung der Anfang des gleichen Jahres erworbenen früheren Ondulit Bauplatten GmbH, Hochheim /Main, den Umsatz um 14,2 (i. V. 10,1) Prozent auf 283 (247) Millionen DM gesteigert. Damit wurde die durchschnittliche Zuwachsrate der Bauindustrie wieder erheblich übertroffen. Der Menge nach war der Mehrabsatz noch größer, da sich im Berichtsjahr die zweimalige Preissenkung von 1961 für die meisten Standardartikel erst voll auswirkte.

Für 1963 glaubt die Verwaltung schon jetzt an einen Konzerriumsatz von mehr als 300 Millionen DM. Allein bei der Muttergesellschaft wurden im Berichtsjahr 27,5 (12,5) Millionen investiert, aber nur 11,1 (9,8) Mill. DM abgeschrieben. In den nächsten zwei bis drei Jahren wird sich die Investitionssumme noch um einig: Millionen erhöhen. Sie ist vorgesehen zum Ausbau der jetzt bestehenden Werke, vor allem für die Produktion der höherwertigen Asbestzementerzeugnisse (u. a. Druckrohre und farbige Fassadenplatten).

Um diesen Aufwand zu finanzieren und die im Berichtsjahr stark erhöhte Fremdverschuldung abzubauen, wird die Verwaltung in absehbarer Zeit erneut an die Aktionäre herantreten. Da sie über ihre an der Börse nicht eingeführten Anteile allein verfügen und mit ihrem Kapital dazu beigetragen haben, den Umsatz von 31,5 Mill. DM im Jahr 1953 auf die jetzige Höhe zu führen, dürfte sie auch weiterhin gern einen Teil ihres Gewinns neu investieren.

G. G.