Der häßliche Amerikaner (USA; Verleih: Universal): Der Roman, der diesem Film (Regie: George Englund) zugrunde liegt, soll den Amerikanern ein paar unangenehme Wahrheiten über ihre diplomatischen Sünden im südostasiatischen Vorfeld des Kommunismus gesagt haben. Davon ist hier wenig mehr zu spüren, sieht man ab von einem ironischen Seitenhieb auf Washingtoner Senatsverhöre. Das politische Kräftespiel reduziert sich auf persönliche Querelen im Familienkreis der politischen Führer: Hätte der US-Botschafter (Marlon Brando) mehr Zutrauen zu dem Neutralistenführer (Eiji Okada – ein Wiedersehen mit dem Japaner aus „Hiroshima, mon amour“), seinem einstigen Kampfgefährten im Partisanenkrieg, und dieser mehr Zutrauen zu ihm, so hätten die Kommunisten keine Chance. Der örtliche Singman Rhee oder Ngo Dinh Diem namens Kwen Sai ist ein gutwilliger und intelligenter Mann, der nur die politische Reife seines Volkes unterschätzt hat. So einfach wäre das.

König von Hawaii (USA; Verleih: Columbia): Zwar regiert er nicht über Hawaii, sondern nur über eine Insel des Archipels, aber sonst haben die deutschen Titelmacher diesmal nicht so unrecht: So autoritätsversessen, wie es der Titel andeutet, ist der Film. Unumschränkt herrscht Richard „King“ Howland über sein Inselreich; der Senatssitz in Washington ist ihm sicher. Wild wütet er gegen unbotmäßige Angehörige und Untergebene. Der Grund: er hat keinen Erben; seine Schwester will einen Eingeborenen heiraten, und seine Geliebte, die ein Kind von ihm erwartet, ist selbst Eingeborene. Schicksalsschläge treiben ihm seinen Rassedünkel aus, aber seine Entscheidung, daß er seinen „Halbblut“-Sohn zu sich nimmt, trifft er so autoritär wie alle früheren. Nicht der Herrschaftsanspruch des „Übermenschen“ wird kritisiert, sondern nur der Gebrauch, den er davon gemacht hat: Sobald der Diktator die herrschenden Ansichten respektiert, ist gegen Diktatur nichts einzuwenden. Der englische Regisseur, den kurzsichtige Kritiker nach seinem gewerkschaftsfeindlichen Film „Zorniges Schweigen“ für einen Sozialkritiker und Realisten hielten, zeigt sich mit seinem ersten Hollywoodfilm ganz auf der Höhe der Konvention. pat