Verkehrsplanungen zwischen Rhein, Maas und Scheide

Von Gerd Feuerhake

Im Auswärtigen Amt in Den Haag wurde kürzlich ein belgisch-niederländischer Vertrag über eine neue Wasserstraßenverbindung zwischen Rhein und Scheide unterschrieben, für deren Bau 260 Millionen Gulden veranschlagt sind. Diese Verbindung erspart den zwischen Antwerpen und dem Rhein fahrenden Schiffen einen Umweg von 39 km, sie kürzt die Reiseroute um fünf Stunden. Außerdem, wird die neue Wasserstraße, die in etwa .acht Jahren fertig sein soll, für die Schubschiffahrt geeignet sein.

Man muß dieses Abkommen in das große Paket der Verkehrsplanungen einreihen, die die Niederlande bis zum Jahre 2000 vorhaben. Wie kaum eine andere westeuropäische Nation haben die Holländer recht klare Vorstellungen über ihr technisch-verkehrsmäßiges Potential des Jahres 2000. Sie sind zu solchen weit vorauseilenden Überlegungen gezwungen, denn in 40 Jahren werden zwischen Nordsee und Albertkanal 18 bis 20 Millionen Holländer leben, wo gegenwärtig 12 Millionen gezählt werden.

Bis 1986, so denkt man sich im Haag, werden nicht nur die Polder im Zuiderseegebiet vollendet sein, sondern es wird eine Autobahn (1) von Groningen schnurgerade in südwestlicher Richtung durch den Ost- und Südpolder führen, entlang an der jungen Gemeinde Lelystad, die dann etwa 100 000 Einwohner haben wird. Eine große Brücke (2) zwischen dem Nordostpolder und dem Ostpolder im ehemaligen Zuidersee ist Voraussetzung für diese neue Straßenverbindung, die im Zusammenhang mit der Industrialisierung Nordhollands auf Basis der Erdgasfunde (3) in Slochteren bei. Groningen große Bedeutung haben wird.

Schutz vor der See

In der Nähe des niederländischen Kriegsmarinehafens Den Helder wird etwa in den 80er Jahren als Modell für die bis zum Jahre 2000 geplante Einpolderung (4) des Wattenmeeres einschließlich der holländischen Nordseeinseln der Balgzand und der Lauwerzee trocken sein.