Das Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen im Zwielicht

Von Sigmund Chabrowski

Sobald eine Meldung des „Deutschen Industrieinstituts“ von Funk oder Presse weiterverbreitet wird, pflegt der erklärende Zusatz der Redaktion nur selten zu fehlen, daß diese Institution „die Interessen der Unternehmer publizistisch vertritt“. Dies aus gutem Grund. Wer unter dem anspruchsvollen Firmenschild „Institut“ agiert, erweckt in der breiten Öffentlichkeit den Eindruck der vollen geistigen und materiellen Unabhängigkeit, gilt als „nur-wissenschaftlich“ und in seinen Meinungsäußerungen über alle Interessentenzweifel erhaben.

Dem Industrieinstitut sind alle diese Eigenschaften bekanntermaßen nicht unbedingt eigen. Womit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) keineswegs die Legitimation abgesprochen werden soll, sich ein „Sprachrohr“ von der Art des „Deutschen Industrieinstituts“ zu halten. Nur hat die Öffentlichkeit einen Anspruch darauf, stets darüber informiert zu werden, wer „dahinter steckt“.

Gleiche Behandlung für alle: Wenn in Zukunft von dem kürzlich in Bonn als Verein konstituierten „Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen (Arnold-Knoblauch-Institut) die Rede sein wird, so darf bis auf weiteres der Zusatz nicht fehlen, daß dieses Institut „die Interessen der privaten Bausparkassen publizistisch vertritt“.

Dies ergibt sich zwingend aus der personellen Besetzung der Schlüsselpositionen dieses Instituts. „Geistiger Vater“ ist der Geschäftsführer des Verbandes der Privaten Bausparkassen e. V., Dr. Lehmann der zwischenzeitlich unter Beibehaltung seiner Verbandsfunktion auf fünf Jahre zum Institutsdirektor bestellt wurde. Als solcher gehört er zu dem dreiköpfigen geschäftsführenden Kuratorium des Instituts und ist unter anderem für die laufenden Geschäfte des Instituts verantwortlich. Der Geschäftsführer des Instituts, C. Winter, der aber gleichzeitig Pressereferent des Verbandes der Privaten Bausparkassen ist, unterliegt seinen Weisungen. Zwei Seelen also jeweils in einer Brust?

An der Spitze ein Prinz