FÜR Leser, die sich über das Wesen der Kunst überhaupt, über Einzelfragen verschiedener Kunstarten und -Stile sowie über die Problematik der gegenwärtigen Situation der Kunst orientieren wollen, ohne sich mit phraseologischen Übungen auseinandersetzen zu müssen – Emil Preetorius: „Geheimnis des Sichtbaren“; R. Piper & Co Verlag, München; 205 S., 22,– DM.

ES ENTHÄLT einen Gedenkaufsatz für Karl Wolfskehl, sechzehn Aufsätze zur Kunst nebst vielen Seiten geistvoller Aphorismen, sowie „Alte Münchner Notizen“. Vierzig Abbildungen gewähren Eindrücke von der Arbeit des Autors als Graphiker, Buchillustrator und Bühnenbildner.

ES GEFÄLLT, weil die den Hauptteil bildenden Kunstaufsätze, frei von jeder nebulosen Geschwätzigkeit, die Dinge mit klaren Begriffen umreißen, die einerseits aus persönlicher Handwerkserfahrung, andererseits aus einer erfreulich nüchternen, dabei keineswegs unbeteiligten Geistigkeit geschöpft sind. Die Ausführungen des Autors zur Theaterkunst und zur Wagner-Inszene können dem Leser sehr deutliche Aufschlüsse über die Möglichkeiten und Mittel einer wirklich ernstzunehmenden szenischen Wagner-Reform vermitteln, wie sie Preetorius schon vor Jahrzehnten verwirklicht hat. Mit Gewinn wird man auch die Essays über Themen der ostasiatischen Kunst zur Kenntnis nehmen. a-th