Die Altersversorgung des Werkzeugschlossers – und des Prokuristen

Von Rosemarie Winter

Der Werkzeugschlosser Horst Z. hat gegenwärtig einen monatlichen Bruttoverdienst von 680 DM (netto: 540,60). In einem Jahr wird er das Pensionsalter erreicht haben. Dann kann er, der vom ersten Lehrlingsjahr an Beiträge in der gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet hat, damit rechnen, eine Rente von 300 bis 350 DM zu erhalten.

Genau können die Bezüge erst festgestellt werden, wenn die allgemeine Bemessungsgrundlage errechnet sein wird, die sich alljährlich ändert, da sie auf dem Durchschnittseinkommen sämtlicher Versicherter beruht. Auf jeden Fall wird Z. aber auch noch 90 DM monatlich aus einer Unterstützungskasse seines Betriebes, eines Großunternehmens des Apparatebaus, erhalten, so daß er insgesamt über Altersbezüge in Höhe von 390 bis 440 DM verfügen dürfte. Das heißt, er wird nach dem 65. Lebensjahr, wenn er nicht mehr aktiv im Arbeitsprozeß tätig ist, beinahe 70 % seiner jetzigen Bruttoeinnahmen zur Verfügung haben.

Walter K. ist Prokurist in einem mittleren Textilbetrieb. Er erhält z. Z. 2200 DM Gehalt im Monat (netto: 1736,36) und liegt damit über der Versicherungspflichtgrenze (1250 DM). Seine Abzüge bestehen aus Lohn- und Kirchensteuer. Er ist zwar nicht mehr pflichtversichert, aber er hat freiwillig weitergeklebt, um den noch relativ kleinen Rentenanspruch aus 25 Versicherungsjahren weiter zu erhöhen. K. ist es erst seit 5 Jahren möglich, dafür den monatlichen Höchstwert von gegenwärtig 140 DM einzuzahlen. Nach einer Fachberatung erhofft Walter K. unter Anrechnung seiner ebenfalls langjährigen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung, bei allerdings sehr stark schwankenden Beiträgen (er hat 10 Jahre lang weniger als 700 DM verdient), in einem Jahr, wenn auch er die Altersgrenze erreicht hat, etwa 500 bis 600 DM Versicherungsrente zu bekommen.

Was tun die Betriebe?

Da sein relativ kleines Unternehmen keine Rücklagen für Pensionen bilden kann, wurde für ihn eine Lebensversicherung über 20 000 DM abgeschlossen. Das entspricht nach seinem jetzigen Verdienst noch nicht einmal einem Jahreseinkommen. Im Endeffekt werden sich die Altersbezüge des Prokuristen K. auf 30 bis 35 % seiner gegenwärtigen Bezüge beschränken.