Für die Scholven-Chemie AG (Gelsenkirchen-Buer) war das Jahr 1962 erfolgreich. Auch für 1963 wird ein befriedigendes Ergebnis erwartet. Die Scholven-Chemie, die sich indirekt im Bundesbesitz befindet, hat im Berichtsjahr mit einem Umsatz von 739 (620) Mill. DM ihre Muttergesellschaft, die Bergwerksgesellschaft Hibernia AG (Herne), mit 715 (700) Mill. DM überflügelt und sich damit ebenso wie die Gelsenberg Benzin AG (Gelsenkirchen) im Verhältnis zur Mutter Gelsenkirchener Bergwerks AG (Essen) entwickelt. Ebenso wie Gelsenberg Benzin zum Gewinn der GBAG hat Scholven mit 13,3 (11) Mill. DM entscheidend zum Gewinn der Hibernia beigetragen.

Der Rohöldurchsatz stieg im Berichtsjahr um 13 (4) % auf 2,4 (2,12) Mill. t, wobei sich der Anteil des deutschen Öls leicht auf knapp ein Viertel ermäßigte. Von dem Auslandsöl von 1,85 (1,61) Mill. t war gut die Hälfte sowjetischen Ursprungs. Wie der Vorstandssprecher Friedrich Brüning sagte, möchte die Sowjetunion ihre Lieferungen erhöhen. Die Kapazität der Gelsenkirchener Anlage soll in etwa eineinhalb Jahren auf 3,5 Mill. t gebracht werden. Außerdem ist Scholven zur Hälfte an der Raffinerie von Ruhrchemie (Kapazität rund 0,5 Mill. t) und zu 40 % an der kürzlich bei Karlsruhe in Betrieb genommenen neuen Raffinerie (2 Mill. t) beteiligt. Die Gesamtkapazität wird damit nach der genannten Zeit über 4,5 Mill. t betragen. Ferner ist in Bayern eine Raffinerie geplant.

Die Investitionen werden sich 1963 etwa auf Vorjahreshöhe von gut 60 Mill. DM bewegen, von denen gut zwei Drittel durch Abschreibungen gedeckt werden. Zur Finanzierung sollen langfristige Fremdmittel aufgenommen werden. Kürzlich ist eine Kapitalerhöhung um 40 Mill. auf 120 Mill. DM beschlossen worden. Die wenig reiche Mutter Hibernia kann die Zeichnung nur zu pari vornehmen und wird die 35 Mill. DM in Teilbeträgen zahlen sowie 5 Mill. DM gegen Sacheinlagen verrechnen.

Die abermals beträchtliche Umsatzsteigerung um 19 (20) % auf 738,8 Mill. DM ist zu einem wesentlichen Teil auf die 50prozentige Übernahme der Raffinerieanlagen der Ruhrchemie zurückzuführen. Hinzu kommt der Umsatz der Töchter, vor allem der Hibernia-Chemie GmbH, von wenig verändert 130 Mill. DM. Die Treibstoffe, die mit 1,24 (1,06) Mill. t vor schwerem und leichtem Heizöl unter den Fertigprodukten der Raffinerie führen, werden über die Aral AG (Bochum) abgesetzt. Entsprechend den Lieferrechten hat Scholven den Anteil am Aral-Vermögen auf gut ein Viertel erhöht. Diese Lieferrechte konnten bisher nicht voll ausgenutzt werden. Aus diesen Gründen wurden u. a. die Beteiligung an der Ruhrchemie-Raffinerie erworben und Treibstoffe zugekauft. Damit bestätigt sich, welche Bedeutung der Aral AG zugemessen wird und welche großen Möglichkeiten in den 8000 Aral-Tankstellen liegen. V. D.