Süchtige Gewebekulturen

Ein erstaunliches Phänomen beobachteten amerikanische Zellforscher der Universität von Michigan: Menschliche Körperzellen in Gewebekulturen wurden morphiumsüchtig.

Die Wissenschaftler gewöhnten die Zellkulturen einige Wochen lang an Morphium. Dann fügten sie der Nährlösung plötzlich kein Morphium mehr zu. Sofort traten heftige Entzugserscheinungen auf: Die Zellen verlangsamten ihr Wachstum, sie veränderten ihre Formen und verkümmerten. Nach neuen Morphiumgaben erholten sie sich rasch. Ein anderer Effekt der Gewöhnung: Zellen, die morphiumsüchtig geworden waren, vertrugen eine Dosis des Rauschgiftes, die normale Zellen abtötet.

Leuchtende Nachtwolken im Labor

Die höchsten Wolken schweben 80 Kilometer über der Erde. Sie sind nur sichtbar, wenn sie morgens oder abends von der Sonne angestrahlt werden, während es auf der Erde noch oder schon dunkel ist. Woraus bestehen diese „leuchtenden Nachtwolken“? Die Meteorologen stellen zwei Substrate zur Wahl: winzige Eispartikel und feine Staubteilchen.

Durch Untersuchungen mit Raketen, die Behälter zum Einsammeln von Wolkenproben in die Höhe der leuchtenden Nachtwolken tragen, versuchen jetzt schwedische und amerikanische Forscher gemeinsam, die alte Streitfrage zu klären. Ein Federmechanismus öffnet speziell präparierte Kästen zur Probenentnahme in einer Höhe von 70 Kilometern und schließt sie, wenn die Raketen 90 Kilometer erreicht haben.

Von vier Versuchen, die in Nordschweden stattfanden, verliefen zwei erfolgreich. Bei einem hatten die Forscher leuchtende Nachtwolken gesehen, beim anderen nicht. In der ersten Probe war die Zahl der Staubpartikel um zwei bis drei Größenordnungen höher als in der anderen. Unter dem Elektronenmikroskop entdeckten die Wissenschaftler auf den Staubteilchen Muster, die wahrscheinlich von geschmolzenen Eishüllen herrührten. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, daß sowohl Staub als auch Eis für die Bildung leuchtender Nachtwolken wichtig sind.