Wer ein Lebensmittelgeschäft hat, wird nie verhungern“, sagte Ma immer, „wenn man aber immer nur für andere Leute arbeitet, kommt man zu nichts.“

Das ist einer von den apodiktischen Sätzen, halb Redensart, halb Lebensmaxime, die die Zukunft eines Mannes bestimmen können. Der Mann, für den dieser Satz hundertmal gesagt wurde, ist der Held des Romans von

Ben Lucien Burman: „Die Straße des lachenden Kamels“, aus dem Amerikanischen von Günter Eichel; Verlag Kiepenheuer und Witsch, Köln; 295 S., 16,80 DM.

Er heißt Yance, ist GJ, stammt aus Black Spring, Texas, und sieht gegen Ende des letzten Krieges in einer algerischen Oase am Rande der Sahara ein paar Araberfrauen zu, die ihre Wäsche in einem kleinen Bach waschen.

Das ist der Ausgangspunkt. Der Anfang für die zahlreichen Abenteuer von Yance, der beschließt, eine Wäscherei in Afrika zu eröffnen, und für einen Roman von bemerkenswerter Durchschnittlichkeit – im positivsten Sinne.

Er will unterhalten, ist also ausgezeichnet geschrieben (und übersetzt): klarer präziser Stil, kaum Längen, trotz Rückblenden und Zeitverschiebungen und inneren Monologen übersehbar und im übertragenen Sinn chronologisch erzählt und vor allem übersprudelnd reich an Ereignissen. Selbstverständlich? Zumindest nicht selbstverständlich, daß ein einziger Roman sämtliche Vorzüge dieser Art vereint, und daß sich alle Geschehnisse aus der Geschichte ergeben und ihr nicht mühsam aufgepropft sind.

Der Roman ist laut Klappentext humoristisch, und Tatsache, es stimmt. Nicht komisch – obgleich irgendwann irgendwer in irgendeinem Fluß fällt – sondern erfüllt vom Vergnügen des Autors an seinem Yance, den er in ungebrochener optimistischer amerikanischer Naivität mit der Idee vom Waschsalon und von Hygiene durch Afrika wandern läßt. Yance glaubt an seine Nation, an Baseball, an Erfolg, verursacht eine Stammesfehde, heiratet eine Araberin, rettet eine Missionarin vor der Verzweiflung, bekommt in New York tatsächlich sein Pastetengeschäft und bleibt einem trotzdem sympathisch.