Weiß die deutsche Hausfrau, welche Fleischqualität sie im Schlächterläden kauft? Kaum, meint die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Ihrer Ansicht nach sind die „Kenntnisse des Verbrauchers darüber zum Zeitpunkt des Erwerbs nicht sehr verbreitet“. Kein Wunder, daß in Schlachterläden der Umsatz sich auf die Waren konzentriert, die man eben kennt, wo man auf Nummer Sicher geht: Schnitzel und Koteletts...

Warum diese Unkenntnis? Nun, Fleisch ist nicht Obst, in das man gleich hineinbeißen kann. Und immer noch wird wie zu Großmutters Zeiten in den meisten Schlächterläden die Ware nach „Sorten“ offeriert: Als Fleisch zum Braten, Fleisch zum Schmoren, Fleisch zum Kochen.

Als ob es nicht auch anders ginge. Handelsklassen wie beim Gemüse und Obst müßte man haben, fordert die DLG. Und neben die Unterteilung nach Körperregionen der Schlachttiere – wie wir sie früher in Mutters Kochbuch studierten – sollte die „Kategorie“ treten; daß heißt die Bezeichnung, ob das Fleisch von jungen Kühen, Färsen, Jungbullen oder Ochsen stammt. Wenn dann noch eine Unterteilung in erste oder zweite Qualität vorgenommen werden würde, wäre für den Verbraucher schon viel gewonnen.

Aber nicht nur für sie würde sich die Markttransparenz erhöhen, auch den Erzeugern, und dem Handel wäre gedient. Denn auch die wirklichen Verbraucherwünsche ließen sich dann besser erkennen. Und die Fleischpreise könnten sich leichter als bisher auf der Grundlage der unterschiedlichen Schlachtviehpreise bilden. W. W.