Die beiden CDU-Abgeordneten Majonika und Martin haben sich in Kairo zu der strittigen Frage geäußert: Diplomatische Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik? „Wir werden unser Bestes tun, daß eine Anerkennung niemals verwirklicht wird.“ So laut Presseberichten der Kulturpolitiker Martin. Ein Botschafter-Austausch liege nicht im Interesse der Bundesrepublik, er verhindere nur die Wiedervereinigung, da dann die arabischen Staaten automatisch Pankow anerkennen würden. So der Außenpolitiker Majonika.

Nun hat es sich so eingebürgert, daß Bonner Besucher in Israel – wie jüngst Bundestagspräsident Gerstenmaier und Franz Josef Strauß – stets kräftig für eine Aufnahme diplomatischer Kontakte plädieren. Rechte Einmütigkeit herrscht hier also in der Regierungspartei keineswegs, und es scheint auch niemand mehr stark genug zu sein, solche Einmütigkeit durchzusetzen.

Oder sollte man das alles gar nicht so ernst nehmen? Ist die Erklärung vielleicht viel simpler: „Wes Brot ich eß’, des Lied ich sing?“ Eine Einladung aus Portugal – schon steht in Angola alles zum besten; ein Besuch in Formosa – schon gibt es dort nur noch eitel Demokratie. Und unversehens werden die Herren Abgeordneten zu außerplanmäßigen Botschaftern des eben besuchten Landes. D. S.