Geschlechtsumwandlung durch Altern

Vor einigen Jahren beobachteten Forscher des Max-Planck-Instituts für Biologie in Tübingen ein verwirrendes Phänomen der Sexualität: Ein kleiner, im Meer lebender, Borstenwurm beginnt sein Leben stets als Männchen; haben die Tiere jedoch eine bestimmte Größe erreicht, wandeln sie sich in Weibchen um.

Nicht unbedingt endgültig, wie die Tübinger Biologen zeigten. Ließen sie die Tiere nämlich hungern, „verjüngten“ sich die Weibchen zu Männchen. Auch wenn die Wissenschaftler den Weibchen ein Stück des Hinterendes abschnitten, wurden die Würmer prompt wieder Männchen, um sich in Weibchen zurückzuverwandeln, wenn das Stück nachgewachsen war.

Eine ähnliche Geschlechtsumwandlung, so stellte jetzt der Zoologe Dr. K. F. Diem von der niederländischen Universität Leyden fest, gibt es auch bei einer Tierart, die im Stammbaum der Lebewesen sehr viel höher steht und sogar zu den Wirbeltieren zählt: bei dem Fisch Monopterus albus. Der aalartige Fisch gräbt sich in Sümpfen und überschwemmten Reisfeldern Südostasiens ein.

Diem beobachtete im Aquarium drei Jahre lang Fische dieser Art, die er aus Eiern gezogen hätte, und fand, daß die Tiere bis zu einer Länge von etwa 28 Zentimetern stets Weibchen sind und sich dann in Männchen umwandeln, wobei eine Zeitlang beide Geschlechter nebeneinander im selben Tier vertreten sind.

Schneckensaft gegen Wüstendurst

Rund 10 000 weiße Schnecken der Art Eremina ehrenbergi wurden in der Libyschen Wüste gesammelt und nach England geflogen, wo Wissenschaftler sie einem guten Zweck opferten: Ein Dürstender labte sich an ihnen.