Man muß ganz Deutschland kennen, ein Stück ist gefährlich. Es ist die Geschichte vom Baum, dessen. Blätter und Früchte wechselseitiges Gift sind. Heinrich Heine

Eduard Spranger

Der Nestor der deutschen Philosophen und Pädagogen, Professor Eduard Spranger, starb am 17. September im Alter von 81 Jahren in der Tübinger Universitätsklinik. Spranger, der 1882 in Berlin geboren wurde, habilitierte sich 1909 an der Universität seiner Heimatstadt, erhielt 1912 eine ordentliche Professur für Philosophie und Pädagogik an der Universität Leipzig, ging während der Jahre 1936/37 nach Japan, war nach dem Krieg der erste kommissarische Rektor der Universität Berlin und lehrte von 1946 bis 1955 in Tübingen. Eine ausführliche Würdigung des Gelehrten wird in der nächsten Woche durch Professor Hans Wenke folgen.

Literarische Steckbriefe

In der ZEIT Nr. 36 druckten wir drei Autoren-Steckbriefe ab, aus denen die ganz Klugen den Gesuchten nach dem ersten Absatz, die Mittel-Klugen nach dem zweiten und die Klugen nach dem dritten Absatz finden sollten. Für besonders schwere Fälle, die nun schon seit vierzehn Tagen sinnen, sei jetzt verraten, daß es sich um Wilhelm Busch, Götz von Berlichingen und Heinrich Hoffmann handelte. Und wer dieses Spiel noch weiter treiben will: In diesen Tagen erscheint (im Verlag Langewiesche-Brandt) das Bändchen „Hundert Steckbriefe für Fortgeschrittene“, dem wir unsere Auswahl entnahmen.

Theaterskandal in München

„Die Unterzeichneten weisen die Auslassungen von Herrn Walther Kiaulehn im Münchner Merkur vom 6. September 1963 über das Bayerische Staatsschauspiel mit Entrüstung zurück, in denen sie den schon zum wiederholten Male gemachten Versuch sehen, ihre Zusammenarbeit mit dem Intendanten Helmut Henrichs und dem Oberspielleiter Kurt Meisel zu gefährden. Beide Herren besitzen unser volles Vertrauen. – München, den 10. September 1963 “ Unterzeichnet wurde diese Proklamation nahezu vom gesamten Ensemble des Münchner Residenztheaters. Die Unterschriften waren gesammelt worden, nachdem der Merkur-Kritiker Kiaulehn am 6. September in seinem Rückblick auf die Theatersaison 1962/63 dem Residenz-Oberspielleiter Meisel vorgeworfen hatte: „Er bestimmt, wer von dem Kuchen essen darf, der in unserem Staatstheater für Schauspieler und Regisseure bereitsteht, und weil sein Wirkungshunger sehr groß ist, würde er sich am liebsten ‚aufopfern‘ und alles allein essen. Doch weil er es nicht schafft, schneidet er wenigstens für sich und für (seine Frau) Ursula Lingen die besten Stücke heraus.“ Kiaulehn greift auch den Staatsintendanten Henrich an, weil der seinen Oberspielleiter nicht genügend kontrolliere, obwohl das Gebrüll bei den Meiselproben auch im Intendantenbüro zu hören gewesen sein müßte, da doch selbst Passanten auf der Straße verwundert aufhorchten. – Auf diese auch bei Kiaulehn ungewohnt scharfe Kritik antwortete Meisel in einem Offenen Brief in der Münchner „Abendzeitung“ herzlich ungeschickt unter anderem: „Zu Ihrer Bemerkung, ich solle mir ein eigenes Haus anschaffen, wenn ich die großen Rollen spielen will, gebe ich Ihnen nur den Rat, eine solche überhebliche Dummheit nie mehr auszusprechen“. Worauf Kiaulehn, im Münchner Merkur vom 10. September, nochmals zur weitaus geschliffeneren Feder griff und seinem Gegner von Staats wegen zurief: „Meisel erwache!“