LÜBECK (Kammerspiele)

WIESBADEN (Kleines Haus):

„Das große Ohr“ von Pierre-Aristide Bréal

Eine Tragikomödie, die von einer Vereinigung Pariser Theaterkritiker als das beste Stück der vorigen Saison bezeichnet worden ist, wurde gleichzeitig von zwei deutschen Bühnen (und tags zuvor vom Wiener „Theater in der Josefstadt“) erstaufgeführt. Dabei fiel „Das große Ohr“ (Gottes) eindeutig durch. Die Hugenottenverfolgungen unter Ludwig XIV. sollten dem Autor als ein abschreckendes Beispiel von Intoleranz dienen. „Ich habe versucht“, schrieb er einleitend, „auf eine vergnügliche Weise die Verheerungen dieser Geisteskrankheit zu zeigen.“ Ihm schien, über „den Brudermord der Hugenotten und Katholiken“ könne man aus zeitlicher Entfernung (1695) „leidenschaftslos sprechen“. Dazu die Stuttgarter Zeitung: „Leidenschaftslos schon, aber nicht gedankenlos... Breal verharmlost das Thema in Schulfunk, Primanerkabarett und possenhaftes Volksstück.“

Über die Lübecker Inszenierung Carl Maria Webers schreibt Der Tagesspiegel (Berlin): Der Regisseur „hält sich an den Humor und ist darauf aus, die Zuhörer zum Lachen zu bringen. Der tiefere Sinn geht dabei verloren. Bezeichnenderweise auch der Witz. Fast durchweg wird grob gespielt und noch dazu undifferenziert gesprochen“. Die Welt: „Das Ergebnis war Peinlichkeit und Langeweile.“

HAMBURG (Staatsoper):

„Nabucco“ von Giuseppe Verdi