Ziel der hamburgischen Wasserversorgung ist es, den Anteil des Elbwassers am Trinkwasser gering zu halten bzw. eines Tages ohne Flußwasser auszukommen. Durch eine intensive Erschließung der Grundwasservorkommen im Räume der Hansestadt wird das eines Tages trotz des steigenden Wasserverbrauchs möglich sein. Im Geschäftsjahr 1962 der Hamburger Wasserwerke GmbH, Hamburg, heißt es, daß 1962 dem Trinkwasser an 254 Tagen bereits kein Elbwasser mehr zugesetzt zu werden brauchte. Im gesamten Geschäftsjahr 1962 ist der Anteil des Elbwassers auf 1,3 (2,4) % zurückgegangen.

Die Schaffung neuer Grundwasserwerke sowie der Ausbau des Rohrnetzes erfordert beträchtliche finanzielle Mittel, zumal der Wasserverbrauch von Jahr zu Jahr zunimmt. Trotz des kühlen Sommers 1962 stieg die abgegebene Wassermenge um 1,4 % auf 116,1 Millionen Kubikmeter. Bei den Investitionen wurde mit 26,7 Mill. DM ein neuer Höhepunkt erreicht, davon konnten 13,7 Mill. DM über Abschreibungen finanziert werden. Im übrigen reichte die hohe Liquidität der Gesellschaft zu Beginn des Geschäftsjahres aus, um die Anlagenneuzugänge ohne Darlehnsaufnahmen zu bewältigen. Das wird in Zukunft nicht mehr in dieser Weise möglich sein. Aber der Status der Gesellschaft ist so gesund, daß der Aufnahme von Fremdmitteln nichts entgegensteht. Das Verhältnis Eigen- zu Fremdkapital beträgt 1:0,8. Unmittelbare Verbindung zur Börse hat das Unternehmen über eine 4,5 %-Pfund-Anleihe von 1928, die in der Bilanz noch mit 8,1 (8,2) Mill. ausgewiesen wird, sowie über eine 7 %-DM-Anleihe von 1954, die unter Verbindlichkeiten mit 7 (8) Mill. DM erscheint.

Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß sich das Grundkapital von 80 Mill. DM voll im Besitz der Hansestadt Hamburg befindet, ist die Rentabilität auch dann als gut zu bezeichnen, wenn ein ausschüttungsfähiger Gewinn nicht erzielt worden ist. Zudem ist für 1962 der durch die Flutkatastrophe vom Februar 1962 entstandene Schaden zu berücksichtigen, der mit 2,2 Mill. DM beziffert wird. Wie der Rückgang der Konzessionsabgabe von 7,2 auf 3,7 Mill. DM beweist, hat sich das Gesamtergebnis verschlechtert. Allerdings nicht allein durch die Flutschäden. Weiter ist nämlich zu berücksichtigen, daß im Vorjahr die Erträge aus der Auflösung von Rücklagen und Rückstellungen höher waren als 1962. K. W.