Aus kredit- und ordnungspolitischen Motiven ist die Bank der Auffassung, daß die in § 23 des Kreditwesen-Gesetzes für eine hoheitliche Zinsfestsetzung im Kreditgewerbe gebotenen Möglichkeiten unter den gegebenen Umständen weiterhin wahrgenommen werden sollten, und zwar etwa nach der bisherigen Handhabung mit Höchstsätzen für Kredite und Einlagen. Die Bank befindet sich hierbei in Übereinstimmung mit dem Kreditgewerbe, das aus wettbewerbspolitischen Gründen auf die amtliche Festsetzung der Bankkonditionen weiterhin Wert legt. Die Bank widerrät zur Zeit einer Freigabe der Bankzinsen vor allem deshalb, weil sie die Wettbewerbssituation im Banksystem zu Lasten einzelner Gruppen von Kreditinstituten verändern, die Konzentrationsbewegungen fördern und in der Folge wirtschafts- und gesellschaftspolitisch nachteilige Strukturveränderungen im Kreditgewerbe herbeiführen könnte. Allerdings, hält es die Bank für unerläßlich, daß die Einhaltung der festzulegenden Sätze in geeigneter, im einzelnen noch zu regelnder Form überwacht wird ... Der verstärkte Wettbewerb der Kreditinstitute untereinander hat die Neigung der Banken erhöht, Kredite zu Sonderbedingungen zu gewähren, Für mehr als 50 Prozent dos Kreditvolumens der Kreditbanken wurden Sonderkonditionen bewilligt. Ein Spitzenverband des Kreditgewerbes hat im Herbst 1962 beantragt, die Höchstsätze für Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist zu erhöhen; er wurde von anderen Spitzenverbänden dabei unterstützt. Die Bundesbank äußerte Bedenken.

Bericht der Deutschen Bundesbank 1962.