Robert Strobel: „Koordinator und Berater“, ZEIT Nr. 39

Weiß denn niemand bei Ihnen, daß es damals möglich war, einzelnen Juden zu helfen – die sich nachher zu den „Persilscheinen“ verpflichtet fühlten –, daß aber bei den schändlichen Gesetzen, die von den NS-Häuptlingen gemacht wurden, gewiß nicht ein Herr Globke, wenn er auch die Finger drin hatte, „etwas mildern“ konnte? Diejenigen, die dort mitmachten wie Globke (oder die öffentliche Meinung steuerten wie Fritzsche) haben so viel mehr Schuld, an allem als jener junge Mann, der in irgendeinem Kaff für die SS angeworben wurde, einfach weil er nicht bis drei zählen konnte.

Aber ausgerechnet Globke muß die ZEIT nun einen ehrenden Abgesang widmen und ihm bestätigen, was für ein tüchtiger bedachtsamer Mann er war. Damals doch auch, nicht wahr?

Irma Hain, München