Auf Veranlassung der Ford Foundation verfaßte die mit wirtschaftlichen Forschungsarbeiten beschäftigte Firma Resources for the Future Inc. nach fünfjähriger Vorarbeit einen Bericht von 1000 Seiten über das Thema „Rexources in Americas Future“ (Versorgungsgrundlagen in Amerikas Zukunft). Dieser Bericht erschien im Abriß in Business Week mit einem kurzen Kommentar und darf als höchst aufschlußreiche und aufregende Darstellung der Zukunftsentwicklung Amerikas gewertet werden. Er ist eine Art Röntgenbild dieses riesigen Wirtschaftskörpers, eine volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, deren Daten weit in die Zukunft projiziert sind.

Der Bericht geht aus von den Zahlen des Jahres 1960 und reicht bis zu dem „magischen Jahr“ 2000. Ausgangspunkt ist die Bevölkerungszahl, die von den heute 185 Millionen im Jahre 1980 auf 245 Millionen und im Jahre 2000 auf gar 331 Millionen angestiegen sein wird. Das bedeutet eine Zunahme um über 80%. Die Zahl der Beschäftigten wird sich verdoppeln, das Bruttosozialprodukt aber wird sich bis zur Jahrtausendwende mehr als vervierfachen.

Interessant ist, daß in dieser Vorschau auf das Jahr 2000 mit einer Zunahme der Regierungsausgaben auf nicht weniger als 550% vom Stande 1960 gerechnet wird, während sich die Ausgaben des privaten Verbrauchs nur auf 400%beziffern werden. Die Staatsausgaben werden dann 25% vom Bruttosozialprodukt ausmachen. Verfünffachen werden sich auch die Ausgaben der privaten Investitionen, immer bezogen auf den Stand von 1960.

Die Autoren der Studie sehen Versorgungsschwierigkeiten auf bestimmten Gebieten voraus. So wird sich bei der Verwendung von Blei, Kupfer und Zink ein Importbedarf ergeben. Auch wird der landeseigene Holzanfall nicht ausreichen. Dennoch ist der Tenor der Vorausschau optimistisch. Zunehmend wird Atomkraft verfügbar, und am Horizont zeichnen sich Möglichkeiten der direkten Nutzung von Sonnenenergie ab. Diese neuen Energiequellen werden mehr und mehr an die Stelle des Erdöls treten. Die petrochemische Forschung und Industrie sind bereits erfolgreich dabei, durch die Schaffung künstlicher Textilfasern das Angebot von Naturfasern zu vergrößern.

Auf die Dauer gesehen, wird der besondere Wert dieser Veröffentlichung weniger in den statistischen Voraussagen liegen als vielmehr im Grundsätzlichen, in der Art und Weise, die Wirtschaft als etwas Ganzes zu betrachten und die Wechselwirkungen zu analysieren und in ihrer Größenordnung zu bewerten. Diese Bilanz der Zukunftsentwicklung weist offensichtlich klare Vorteile gegenüber der konventionellen Methode der Einzelberechnung auf und wird, so meint man in Amerika, in Zukunft auch die Planungen der Geschäftswelt bestimmen. R. P.