W.R., MdB, Bonn

Ich habe mit wirklicher Freude Ihre Glosse über die „Hamburger Kumpanei“ gelesen. An dieser Freude waren der Journalist wie der Parlamentarier gleichermaßen beteiligt... Aber so ein glashartes Dementi – wie es zum Beispiel DIE ZEIT von meinem Freunde Höcherl fordert – das war’s denn doch nicht. Sie sind mir offensichtlich auch im Ablenken überlegen. Gibt’s wirklich keine Querverbindungen, gibt’s wirklich nicht einmal einen Hauch von Kumpanei? Aber, aber! Kann sich DIE ZEIT das leisten, so „ein bißchen neben der Verität“?

Himmel, wie schön, daß auch ich einmal Gelegenheit zu einem Dementi habe – fast wie ein Minister! Nein, Herr Rasner! Keine Querverbindung der ZEIT zum „Panorama“ des NDR, keine zum „Spiegel“, und zum „Stern“ nur so weit, als diese Illustrierte im gleichen Hause erscheint; verlegerische also, keine redaktionelle. Wo ist DIE ZEIT am heftigsten angegriffen worden? Im „Stern“ aus den Federn von Haffner und Schlamm!

B. C. H., Hamburg

Ich habe es bisher als sehr wohltuend empfunden, daß sich DIE ZEIT nicht von der Epidemie der Anführungsstriche hat anstecken lassen ... Sie vertraute auf das Vermögen ihrer Leser, die ironische, volkstümliche oder expressionistische Bedeutung eines Wortes oder einer Redewendung zu erkennen. Hat sich in diesem Verhältnis zwischen ZEIT und ZEIT-Lesern etwas geändert? Im Mißbrauch von Anführungszeichen drückt sich Unsicherheit im Umgang mit der Sprache aus – beim Journalisten oder, von diesem vermutet, bei den Lesern! Vielen Dank für Ihre „Hamburger Kumpanei“: ein Apfelschuß. Sie zeigen ja selber, daß es auch „ohne“ geht.

Dankbar für den Hinweis und die einleuchtende psychologische Erklärung teile ich mit, daß wir wegen Auflösung des Lagers unseren letzten Posten an Unsicherheits – Anführungsstrichen abgeben wollen. Vielleicht hat Minister Höcherl Interesse?

J. F. M., München